Mit der S-Bahn ins Falkenhagener Feld

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Bei dem am Montag festgestellten Kabelbrand geht die Polizei von Brandstiftung aus. Archivbild: IMAGO/Rüdiger Wölk
Bei dem am Montag festgestellten Kabelbrand geht die Polizei von Brandstiftung aus. Archivbild: IMAGO/Rüdiger Wölk

Das Land Berlin will den Spandauer Ortsteil Falkenhagener Feld ans S-Bahnnetz anschließen. Dafür soll die bestehende Infrastruktur der Bötzowbahn genutzt werden.

Für die Vorplanung haben die Senatsverwaltung für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz und die Havelländische Eisenbahngesellschaft (HVLE AG) als Betreiber der Bötzowbahn jetzt eine  Finanzierungsvereinbarung unterzeichnet. Die vertiefenden Planungen und Kostenschätzungen für das Projekt sollen bis zuum Jahr 2023 abgeschlossen werden. Das teilt der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) mit. 

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Bahnhof Spandau entlasten

Mit neuen S-Bahnstationen im Bereich Falkenhagener Feld soll der Bahnhof Spandau als lokaler Mittelpunkt der öffentlichen Verkehrsströme entlastet werden. „Gleichzeitig erhalten die Fahrgäste zusätzliche, attraktivere und kürzere Verbindungen in die Berliner Innenstadt“, so der VBB.

An den zwei neu zu errichtenden Stationen Seegefelder Straße und Falkenseer Chaussee werden dafür anschlussfreundliche Verknüpfungen mit dem öffentlichen Busverkehr vorgesehen. Für eine mögliche Weiterentwicklung des S-Bahnnetzes zu einem späteren Zeitpunkt wird eine optionale Weiterführung der S-Bahn von Falkenseer Chaussee bis Johannesstift planerisch mit untersucht.

Großer Handlungsbedarf

„Der Bezirk Spandau braucht dringend bessere Verbindungen auf der Schiene – schon seit Langem“, erklärte Bettina Jarasch (Grüne), Senatorin für Umwelt, Mobilität, Verbraucher- und Klimaschutz. „Indem wir jetzt die wichtigen Planungen in Richtung Nauen mit der Bötzowbahn als S-Bahn-Strecke zum Falkenhagener Feld verknüpfen, profitiert der Bezirk gleich doppelt. Viele Menschen kommen so schneller in die Berliner City und zurück, Buslinien im Bezirk werden besser planbar.“

Die Infrastrukturmaßnahme steht im Zusammenhang mit parallel stattfindenden Planungen zur S-Bahnverlängerung von Spandau nach Finkenkrug entlang der Hamburger Bahn. Beide Planungen werden in gemeinsamer Abstimmung vorangetrieben.

Folgende „verkehrliche Anforderungen“ für die S-Bahnstrecke zum Falkenhagener Feld werden nunmehr untersucht:

  • ein Abzweig der S-Bahn von der jetzigen Fernbahntrasse in Richtung Falkenseer Chaussee im Kontext der Planungen zur Verlängerung der S-Bahn über den Bahnhof Spandau hinaus
  • der Ausbau der vorhandenen Infrastruktur der Bötzowbahn für den S-Bahnbetrieb
  • die Schaffung von zwei zusätzlichen S-Bahn-Stationen an der Seegefelder Straße und an der Falkenseer Chaussee
  • eine mögliche Verlängerung der S-Bahn bis zur Station Johannesstift
  • weiterhin die Ermöglichung von Güterverkehr auf der Bötzowbahn

Bessere Schienenverbindungen

Das Projekt in Spandau ist Bestandteil des Infrastrukturprojektes i2030, in dem sich die Länder Berlin und Brandenburg, die Deutsche Bahn und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zusammengeschlossen haben. Für die gesamte Hauptstadtregion sollen damit mehr und bessere Schienenverbindungen geschaffen werden.

Mit der Bötzowbahn ist die 1908 eingerichtete Schienenverbindung von Bötzow (Landkreis Oberhavel) zum Bahnhof Spandau gemeint. Der Personenverkehr wurde nach dem Zweiten Weltkrieg eingestellt. Zwischem den Bahnhöfen Spandau und Johannesstift verkehren Güterzüge.

Text: red/nm, Bild: IMAGO/Rüdiger Wölk

1 Kommentar

  1. Die Verlängerung zwischen Bhf. Spandau nach Nauen und Johannesstift finde ich prima. Nur sollte die übliche Planung etwas forciert werden, damit der andere regionale Verkehr (vom Rathaus Spandau) entlastet wird.

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