Erinnerungen ans Begrüßungsgeld

Kindershampoo

Mit ihrer Austellung „Träume aus Papier“ erinnert die Fotografin Sophie Kirchner im Schloss Biesdorf an das sogenannte Begrüßungsgeld.

Das Begrüßungsgeld war eine Unterstützung in Höhe von 100 D-Mark, die nach der Maueröffnung in der Bundesrepublik Deutschland jedem einreisenden Bürger der DDR gewährt wurde.

Die in Ostberlin geborene Künstlerin Sophie Kirchner fotografierte die von dem Geld gekauften Dinge und porträtierte die jeweiligen Käufer. Sie führte Gespräche mit den Porträtierten.

Diese Interviews sind jetzt in einer Ausstellung im Schloss Biesdorf zu hören. In Verbindung mit den Fotografien werden bis 4. März sehr persönliche Erinnerungen und Reflektionen aus ostdeutscher Sicht geboten.

Gemischte Reaktionen

„Im Rahmen meiner Fotoarbeit führte ich intensive Gespräche mit den Protagonisten darüber, wie die Geste des Begrüßungsgeldes von ihnen empfunden wurde“, schreibt Kirchner in ihrem Text zur Ausstellung.

„Ich gewann den Eindruck, dass die Schenkung von 100 DM recht gemischte Reaktionen und Gefühle bei vielen auslöste. Es gab die Freude darüber, in der Lage zu sein, sich einen kleinen Konsumtraum zu verwirklichen, aber auch Empfindungen der Scham, Verlegenheit, oder gar Bloßstellung.

Viele Sehnsüchte

Die Entscheidung, was von dem Geld gekauft wurde, stellt in meinen Augen einen Ausgangspunkt dar für Projektionen und Sehnsüchte der Menschen. Daher entschied ich mich, in Zusammenspiel mit den Portraits, auch die Objekte zu fotografieren welche von dem Geld erworben wurden.“

Es sei wichtig den Menschen, die die DDR und den Mauerfall erlebt haben, den Raum zu geben, ihre Geschichten zu erzählen. An diese Punkte sollte ihre Arbeit anknüpfen, sagt sie. Mehr Infos zur Ausstellung und zum Schloss Biesdorf gibt es online.

Text: Redaktion, Bild: Sophie Kirchner

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