Verlängerte Siemensbahn gegen den Verkehrsinfarkt

Seit 1980 befindet sich die Siemensbahn im Dornröschenschlaf
Seit 1980 befindet sich die Siemensbahn im Dornröschenschlaf.

Eine Verlängerung der Siemensbahn ist technisch möglich. Das Bezirk Spandau macht sich dafür stark.

Das Bezirksamt Spandau begrüßt, dass die wiederbelebte Siemensbahn bis nach Hakenfelde verlängert werden könnte. Verkehrsstadtrat Thorsten Schatz (CDU) fordert, dass nun schnellstmöglich auch über die Umsetzung diskutiert wird. Zuvor hatte eine Machbarkeitsstudie des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg drei Streckenvarianten geprüft und als machbar bewertet.

Schatz: „Die Machbarkeitsstudie gibt den Menschen im Spandauer Norden eine Perspektive für eine schnelle Anbindung an die Berliner Innenstadt jenseits von Bussen. Die Verlängerung der Siemensbahn bis nach Hakenfelde ist möglich. Das ist ein gutes Signal.” 

Bahnhof für Hakenfelde

Der CDU-Politiker fordert die Verantwortlichen in Senat und Abgeordnetenhaus auf, mit dem Bezirk in ernsthafte Gespräche zur Umsetzung der Machbarkeitsstudie einzusteigen. Für einen Bahnhof unmittelbar im Herzen von Hakenfelde habe das Bezirksamt bereits die planerischen Voraussetzungen geschaffen.

“Wir haben in Spandau keine Zeit zu verlieren, wenn wir einen Verkehrsinfarkt vermeiden wollen”, betont Schatz. “Dazu müssen Senat und Bezirk an einem Strang ziehen.” Die Verkehrswende werde gerade in einem Bezirk wie Spandau große Investitionen fordern. “Wenn die rot-grün-rote Koalition die Verkehrswende ernsthaft anstrebt, dann müssen wir gemeinsam an der Verlängerung der Siemensbahn arbeiten“, so Schatz.

Wichtige Anbindung

Im Jahr 1929 wurde die Siemensbahn fertiggestellt. Sie verlief vom Bahnhof Jungfernheide bis nach Gartenfeld. Nach dem Reichsbahnerstreik im September 1980 wurde der Verkehr auf der gut viereinhalb Kilometer langen S-Bahntrasse eingestellt.

Die für das Jahr 2029 angepeilte Reaktivierung der Siemensbahn gilt als eine der wichtigsten Strecken im Schienen-Infrastrukturprojekt i2030. Von zentraler Bedeutung ist das Vorhaben unter anderem für die Anbindung des neuen Quartiers Siemensstadt² mit rund 2.700 Wohnungen, das ab dem Jahr 2024 in der Siemensstadt entstehen soll.

Text: red/nm, Bild: IMAGO/Jürgen Ritter

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