Aufarbeitung eines Verbrechens: Berliner Orte der Zwansgarbeit

Ansichtskarte eines Unterkunftslagers in Charlottenburg-Wilmersdorf

In einer neuen Veranstaltungsreihe des NS-Dokumenationszentrums Berlin stehen Orte der NS-Zwangsarbeit in allen Berliner Bezirken im Mittelpunkt, die erst kürzlich „neu entdeckt“ wurden.

Das Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit in Schöneweide, Britzer Straße 5, ist die einzige Institution am historischen Ort eines fast vollständig erhaltenen Zwangsarbeiterlagers inmitten eines Wohnbezirks. Seit 2006 macht es hier das lange ausgeblendete Schicksal der über 26 Millionen Männer, Frauen und Kinder sichtbar, die während des Zweiten Weltkriegs durch das NS-Regime als Zwangsarbeiter ausgebeutet wurden. Vor 80 Jahren, im Jahr 1942, wurde Zwangsarbeit in Berlin zum Massenphänomen.

Hunderte Unterkunftslager

Mit zunehmender Dauer des Krieges wuchs der Arbeitskräftebedarf der deutschen Wirtschaft ins Unermessliche. Im März 1942 schuf das NS-Regime mit dem „Generalbevollmächtigten für den Arbeitseinsatz“ eine Zentralbehörde, um die Verschleppung von immer mehr Menschen effizienter zu organisieren. Im Rahmen der „Lagerbauaktion 1942“ entstanden in Berlin hunderte neue Unterkunftslager.

Zwölfteilige Veranstaltungsreihe zur Aufarbeitung

In diesem Jahr widmet sich das Dokumentationszentrum dem Thema NS-Zwangsarbeit in einer Veranstaltungsreihe aus zwölf Teilen den einzelnen Berliner Bezirken. Was hat dieses Verbrechen, das vor unserer Haustür stattfand, mit unserer heutigen Gesellschaft zu tun? Und warum erfolgte die Aufarbeitung erst so spät? Im Rahmen der Veranstaltungsreihe sind Vorträge, Lesungen, Filmvorführungen und Diskussionen geplant.

Im Mittelpunkt stehen Orte der Zwangsarbeit, die erst kürzlich „neu entdeckt“ wurden. Los geht es am 20. Januar mit Orten der NS-Zwangsarbeit und des Gedenkens in Charlottenburg-Wilmersdorf in Form einer Online-Veranstaltung ab 18 Uhr.

Pfad der Erinnerung

Über das Gedenken an NS-Zwangsarbeit wurde in Charlottenburg-Wilmersdorf in den vergangenen Jahren intensiv debattiert. Wo steht die Aufarbeitung heute? Wo gibt es mittlerweile Gedenkstelen? Was ist der „Pfad der Erinnerung“? Diesen Fragen widmet sich die Veranstaltung in Vorträgen und Lesungen aus Erinnerungsberichten und aktuellen Informationen. Der Online-Zugang zur Veranstaltung ist über Youtube oder Zoom möglich. Die Links dazu finden sich online auf der Webseite des NS-Dokumentationszentrums. Sara Klinke
www.ns-zwangsarbeit.de/veranstaltungen
Zoom: www.kurzelinks.de/Charlottenburg-Wilmersdorf

Text: red, Bild: Museum Charlottenburg-Wilmersdorf

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