Ist der Dry January sinnvoll?

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Den Vorsatz, im neuen Jahr weniger Alkohol zu konsumieren, kennen viele Menschen, den Trend ab Neujahr einen Monat lang auf Alkohol komplett zu verzichten, gibt es unter dem Titel „Dry January“ aber erst seit wenigen Jahren.

Cocktails, Bier, Shots, Glühwein und Sekt begleiten uns durch viele gesellige Abende in der Advents- und Feiertagszeit.

Trotz Corona-Einschränkungen gab es auch in dieser Saison zu den Weihnachtsfeiern mit den Kollegen, dem familiären Abenden unterm Weihnachtsbaum oder zur Sause beim Jahreswechsel immer wieder den obligatorischen Drink, das Bier oder das Gläschen Sekt serviert. „Genug getrunken“, lautet da ein ganz gängiger Neujahrsvorsatz für den völligen Verzicht auf Alkohol für die kommenden Wochen. Dry January nennt sich diese Form des Alkohol-Fastens für den ersten Kalendermonat des Jahres.

Risiko durch Verzicht

Doch Experten warnen: Nicht jedem Menschen ist so eine vorübergehende, drastische Abstinenz zu empfehlen. Für manche ist diese Form der Alkohol-Enthaltung sogar gefährlich.

Wer ohnehin regelmäßig große Mengen Alkohol trinkt und womöglich schon in einer Abhängigkeit steckt, kann mit einem solchen Entzug sogar gesundheitliche Risiken eingehen. Schließlich ist es medizinische Lehrmeinung, dass selbst auferlegte Trink- und Verzichtzeiten beim Alkoholkonsum bereits als bedenkliche Hinweise auf eine Abhängigkeit oder Suchtgefahr an sich gelten.

Mediziner empfehlen stattdessen, den eigenen Alkoholkonsum grundsätzlich und mit wiederkehrender Regelmäßigkeit kontinuierlich zu begrenzen. Der Alkoholverzicht an mehreren Tagen in jeder Woche helfe beim gesunden Umgang mit Alkoholnin jedem Fall viel effektiver.

Ist man erst daran gewöhnt, den Alltag auch bestens auch ohne Alkohol bewältigen zu können, sinke schließlich auch die Gefahr weiter in eine Sucht zu geraten.

Abstinenz hilft

Grundsätzlich ist die Idee des „trockenen Monats“ natürlich begrüßenswert – weniger Alkohol zu trinken, ist immer eine gute Idee, auf die der menschliche Körper dankend reagiert. Leber, Hirnzellen, Gefäße, Herz und Magen werden schließlich mit jedem Vollrausch bedenklich in Mitleidenschaft gezogen.und jede Alkohol-Abstinenz dient außerdem als guter Test, um herauszufinden, wie sehr man tatsächlich bereits in Abhängigkeit zum Alkohol geraten ist.

Dass jedoch eine einziger „trockener“ Monat noch lange kein Freifahrtschein dafür ist, das restliche Jahr über exzessiv trinken zu können, sollte jedem Menschen klar sein.

Die Richtwerte

Der unbedenkliche Alkoholkonsum bei gesunden erwachsenen Frauen liegt bei täglich höchstens 0,3 Litern Bier oder einem Achtel Liter Wein. Für gesunde erwachsene Männer liegt diese Grenze bei einem halben Liter Bier oder einem viertel Liter Wein pro Tag und an mindestens zwei Tagen in der Woche sollte jeder Mensch auf Alkohol ganz verzichten können. Jeder Konsum darüber hinaus, gilt schon als eine Suchtgefährdung.

Text: Stefan Bartylla, Bild: Imago/Seeliger

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