Auszeit in der Lübecker Bucht

Lübecker Bucht

Hering und Historie an der schönen Ostseeküste erleben. Unser Reisetipp für die kalte Jahreszeit.

Der erste Bissen macht Lust auf mehr. Schön kross ist das Fischfilet paniert, das anschließend auf der Zunge zerfällt. An Soße mangelt es dem Snack zwischen den zwei Brötchenhälften auch nicht. Ein Teil davon tropft auf die Jacke. Im kleinen Laden von Fisch Wöbke in Travemünde, ganz im Süden der Lübecker Ostseebucht, fällt die Entscheidung an der Theke nicht leicht. Die Auswahl an Fischbrötchen ist groß. Im Sommer bilden sich vor dem Fischfachgeschäft immer wieder lange Schlangen. Jetzt, in der kalten Jahreshälfte, ist es deutlich ruhiger.

Fisch Wöbke gehört wie zahlreiche andere Imbissbuden, Restaurants und Fischläden zur Fischbrötchenstraße in der Lübecker Bucht. Die kulinarische Route verläuft entlang der Küste von Travemünde über den Timmendorfer Strand bis nach Rettin. An vielen ausgesuchten Orten gibt es entlang des Weges Fischbrötchen – mal in schickem, mal in einfachem Ambiente.

Beliebt bei Aktivurlaubern

Die Tourismus-Agentur Lübecker Bucht hat die Fischbrötchenstraße im vergangenen Jahr ins Leben gerufen. „Entlang der Bucht entdecken unsere Gäste dabei Regionaltypisches, auch kulinarisch“, sagt Doris Wilmer-Huperz, die das Konzept mit umgesetzt hat. Die abwechslungsreiche Ostseeküste der Lübecker Bucht ist besonders bei Aktivurlaubern und Familien mit Kindern beliebt.

Dort, wo sich buntes Treiben in traditionellen Fischerdörfern und flach abfallende Badebuchten abwechseln, finden viele Reisende eine passende Urlaubsbeschäftigung – im Sommer wie im Winter. An einem kühlen Tag wie heute, an dem die Sonne immer wieder hinter den Wolken hervorblitzt, bietet sich zum Kennenlernen der rund 40 Kilometer langen, gut ausgeschilderten Fischbrötchenroute das Fahrrad an. Ein Hauch japanischer Architektur an der deutschen Küste

Kultige Brötchen

Die Fischbrötchen sind hier Kult und bei Einheimischen wie Touristen gleichermaßen beliebt. Doch die Fischbrötchenstraße hat weit mehr zu bieten als nur die maritime Delikatesse. Die charmanten Örtchen locken mit weiteren Besonderheiten. Zum Beispiel in Travemündes Nachbarort Niendorf.

Ab nach Timmendorf

Vom dortigen Hafen stechen früh am Morgen die Fischkutter in See – das ganze Jahr über. Mittags wird der frische Fang dann in den Fischerhütten und Restaurants zubereitet. Da die aufwendig angelegte Promenade Fußgängern vorbehalten ist, geht es mit dem Fahrrad auf der Straße weiter nach Timmendorf. Im wohl bekanntesten Ort der Lübecker Bucht lohnt sich ein Abstecher an den Strand mit Blick auf die Seeschlösschenbrücke. Auf deren Spitze steht das Restaurant Wolkenlos, dessen Markenzeichen das Pagodendach im japanischen Stil ist. Im zweiten Halbjahr 2022 soll außerdem eine neue Seebrücke fertiggestellt werden, die auf mehr als 400 Metern Rundweg für neue Perspektiven und Ausblicke sorgen soll.

Zurück auf die Fischbrötchenstraße, weiter nach Scharbeutz: Im Winter verwandelt sich der Platz vor der Scharbeutzer Seebrücke in eine Eisbahn. Feuershows und Fackelwanderungen sorgen für warme Momente. Über Pelzerhaken geht es weiter bis ins Ziel nach Rettin. Der ehemalige Fischer- und Bauernort liegt friedlich und naturbelassen am nördlichen Ende der Lübecker Bucht. Der Magen knurrt. Ein Glück gibt es in Rettin eine große Auswahl an Fischrestaurants und Imbissen. Die Frage ist nur: Matjes, Hering oder Krabben?

Text: dpa, Bild: Georg Wendt/dpa/dpa-mag

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