Premiere im Südwesten: Die neue Bezirksbürgermeisterin ist eine Grüne

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Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf
Die Mitglieder des neuen Bezirksamts Steglitz-Zehlendorf (v.l.): Carolina Böhm, Cerstin Richter-Kotowski, Maren Schellenberg, Tim Richter, Michael Karnetzki und Urban Aykal.

Steglitz-Zehlendorf hat ein neues Bezirksamt. Mit Maren Schellenberg wurde erstmals eine Grünen-Politikerin zur Bezirksbürgermeisterin gewählt.

Maren Schellenberg war seit 2016 Bezirksstadträtin für Immobilien, Umwelt und Tiefbau. Die neue Zählgemeinschaft aus Grünen, SPD und FDP hatte sie als Kandidatin für die Wahl zur Rathauschefin aufgestellt. Die 59-jährige Juristin ist für die Bereiche Finanzen, Personal, Wirtschaftsförderung und Facility Management zuständig.

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Neu ins Bezirksamt ziehen Urban Aykal (Grüne) als Bezirksstadtrat für Ordnung, Umwelt- und Naturschutz, Straßen und Grünflächen, sowie Tim Richter (CDU), Ressortchef für Bürgerdienste und Soziales, ein.

Neues Amt für Ex-Bürgermeisterin

Cerstin Richter-Kotowski (CDU) wurde am Mittwochabend von der Bezirksverodnetenversammlung zur stellvertretenden Bezirksbürgermeisterin und neue Bezirksstadträtin für Bildung, Kultur und Sport gewählt. Seit 2016 war sie Bezirksbürgermeisterin.

Michael Karnetzki wechselt seine Verantwortungsbereich. Der SPD-Politiker ist  nun für Stadtentwicklung zuständig. Carolina Böhm (SPD), Bezirksstadträtin für Jugend und Gesundheit, behält ihren bisherigen Geschäftsbereich.

Was die Stadträte vorhaben

Welche Ziele verfolgen die Mitglieder der neuen „Bezirksregierung“? Hier eine Übersicht:

Als Bezirksbürgermeisterin möchte sich Schellenberg für eine effektive, moderne und digitale Verwaltung einsetzen und das Bezirksamt als attraktiven Arbeitgeber weiterentwickeln. Die Sanierung der öffentlichen Gebäude, insbesondere der Schulen, sei ihr ein weiteres wichtiges Anliegen, heißt es aus dem Bezirksamt,

Richter-Kotowski wolle sich besonders dafür einsetzen, dass die Schulbauoffensive weitergeführt wird, damit der Sanierungsstau an den Schulen im Bezirk endlich abgebaut werden könne. Zudem sei ihr wichtig, dass – sobald es die Pandemie zulässt – Kulturveranstaltungen wieder in Präsenz durchgeführt werden.

Lebenswert und klimaneutral

Aykal möchte den Umweltverbund stärken und die Verkehrswende in Steglitz-Zehlendorf vorantreiben. Sein Ziel sei es, den öffentlichen Raum im Sinne der Klimaneutralität für alle lebenswert zu gestalten.

Karnetzki macht sich dafür stark, dass Steglitz-Zehlendorf in fünf Jahren nicht mehr „Schlusslicht in Sachen Wohnungsneubau unter den Berliner Bezirken ist“, heißt es weiter. Dabei geht es ihm nicht zuletzt um bezahlbares Wohnen für alle Einkommensgruppen. Deshalb soll der Milieuschutz in Steglitz-Zehlendorf umgesetzt, die vorhandenen Instrumente des Bezirks zum Schutz von Mietern vor Verdrängung genutzt werden.

Schnelle Hilfe für Notleidende

Richter will die Bürgerservices beschleunigen und deren Angebote ausweiten. Im digitalen Bereich soll es mehr Angebote geben. Besonders in diesen angespannten Pandemie-Zeiten werde er sich zudem für sozialen Zusammenhalt, soziale Sicherheit und schnelle Hilfen für Notleidende und Hilfsbedürftige einsetzen.

Für Böhm steht die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt. „Neue Räume müssen geschaffen und in die vorhandenen muss mehr investiert werden, dabei müssen die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen einfließen und ernst genommen werden“, lässt sie mitteilen. Dies gelte besonders für spezifische Gruppen, wie zum Beispiel Queer-Jugendliche.

Die drei Parteien der „Südwest-Ampel“ hatten sich am 26. November  auf einen Zählgemeinschaftsvertrag geeinigt.

Text: red/nm, Bild: Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf

 

1 Kommentar

  1. Der Frust von Eigentümern nimmt seit Jahren leider pausenlos zu.
    Ich will wahrlich nicht sagen, dass einst alles besser war.
    Jedoch mittlerweile kann man bei keinem Mieter mehr gewiss sein. Trotz
    Schufa-Information, Mietnomaden-Register und doppeltem Verdienst bleiben die
    Mietzahlungen einfach aus. Bei den aktuellen Immobilienpreisen überlege
    ich mir, den Grundbesitz zu liquidieren und das Vermögen anders zu investieren.

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