Nachdenken übers Einkaufen

Shopping
Die Saison fürs große Adventsshopping beginnt in diesen Tagen - der Kauf-Nix-Day soll zum Nachdenken anregen.

Weltweit findet in dieser Woche der „Kauf-nix-Tag“ statt, der in Europa auf Samstag, den 27. November fällt. Der Tag soll eine gute Möglichkeit bieten, sich inmitten des vorweihnachtlichen Einkauftrubels kritisch mit dem eigenen Konsum auseinanderzusetzen.

Denn wer Produkte länger nutzt, repariert, tauscht, leiht oder „Second Hand“ kauft, schont die Umwelt und meist auch die Haushaltskasse. Die Empfehlung an diesem Tag lautet, einfach mal nichts zu kaufen oder zu bestellen, sondern sich nach nachhaltigeren Angeboten umzuschauen.

Countdown für den Kaufrausch

Auch in diesem Jahr läuft seit Mitte November der Countdown bei vielen Händlern zum „Black Friday“, an dem Rabatte locken. Einige Anbieter werben sogar mit einer gesamten „Black-Friday-Woche“ oder dem darauffolgenden „Cyber Monday“. Der stationäre und der Onlinehandel lassen sich zur Vorweihnachtszeit immer mehr einfallen, um die Verbraucherinnen und Verbraucher mit Schnäppchen zu mehr Konsum zu verführen. 

„Kauf-nix-Tag“ seit 30 Jahren

Als Gegenentwurf zu „Shopping“-Aufforderungen gibt es deshalb den „Kauf-Nix-Tag“, der in den USA bereits in den neunziger Jahren stattfand und der erstmals Anfang der 2000er Jahre von konsum- und globalisierungskritischen Organisationen auch in Deutschland ausgerufen wurde.

Der Tag ist ein Aufruf an alle, einen Tag lang nichts zu kaufen und sich kritisch mit dem eigenen Konsum auseinanderzusetzen. Er soll einen Anlass bieten, sich die sozialen und ökologischen Wirkungen unseres Konsums vor Augen zu führen und zu überdenken.

Neukauf belastet die Umwelt

Jedes neue Produkt verbraucht Ressourcen und belastet bei der Herstellung und beim Transport die Umwelt. Im Schnitt kauft zum Beispiel jeder Deutsche rund zwölf Kilogramm neue Kleidung im Jahr. Diese kommt meist aus dem nichteuropäischem Ausland – oft mit unzureichenden Arbeits- und Umweltstandards.

Auch der Wasserverbrauch in der Produktion ist enorm. Für ein Kilogramm Textilien werden bis zu 200 Badewannen Wasser benötigt. Zudem wird im Schnitt für ein Kilogramm Textil ein Kilogramm Chemikalien verwendet, was sich wiederum negativ auf die Umwelt auswirkt, in der wir leben.

Milliarden Pakete

Inzwischen erfolgt Einkaufen zunehmend über den Onlinehandel, der jedes Jahr um zweistellige Prozentzahlen wächst. Bereits 2017 rund 3,4 Milliarden Pakete in Deutschland verschickt.

Viele dieser Pakete werden sogar als Reklamationen wieder zurückgesandt und es gibt Erhebungen, nach denen rund 20 Millionen dieser zurückgeschickten Artikel sogar danach vernichtet wurden – ein Großteil davon gebrauchsfähige Ware.

Tonnen voller Verpackungabafall

Auch die Menge an Verpackungen nimmt durch den Online-Handel stetig zu. Eine Studie des Umweltbundesamtes geht für 2017 von 226,5 Kilogramm Verpackungsabfall pro Person in Deutschland aus, was eine Steigerung um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Als Gründe für diese Entwicklung gelten unter anderem Trends zum Onlineversand sowie Essen und Trinken zum Mitnehmen.

Alternativen zum „Kaufrausch“

Umweltfreundlicher ist es, Produkte länger zu nutzen, anstatt sich stets das neueste Modell zuzulegen. Wir können Produkte reparieren lassen oder selbst Hand anlegen und wir können Sachen gebraucht kaufen, mit anderen tauschen oder von anderen leihen.

Auch Repair-Cafés sind mittlerweile flächendeckend in Deutschland verbreitet. Viele dieser Konzepte finden sich auch im großen Rahmen wieder. Anstatt ein Auto zu kaufen, kann man sich ein Carsharing-Auto oder den ÖPNV mit vielen anderen Menschen teilen. 

Text: red, IMAGO / Michael Gstettenbauer

 

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