2G Plus in Kneipen: Berliner Wirte fordern Nachbesserungen

Berlin Kneipe Corona
Was bringt der zweite Corona-Winter? Kneipen und Restaurants stehen vor schwierigen Monaten.

Nach den jüngsten Corona-Beschlüssen des Berliner Senats herrscht bei vielen Kneipenwirten Ratlosigkeit. Der Branchenverband Dehoga fordert ein Rettungspaket für das Gastgewerbe.

“Wir stehen etwas ratlos vor den neuen Maßnahmen, die ab Samstag in Kraft treten”, teilt die Initiative “Bars of Berlin” mit. “Ratlos deswegen, weil wir aus den bisher veröffentlichten Informationen nicht erkennen können, was genau für Bars und Kneipen gelten soll. Nun also 2G mit Maskenpflicht und Abständen, was in der Umsetzung, wie die Vergangenheit gezeigt hat, gerade für Bars mit schweren wirtschaftlichen Einbußen verbunden ist?”

Der Berliner Senat hatte am Dienstag eine überarbeitete Corona-Eindämmungsverordnung beschlossen. Darin ist eine 2G-Plus-Regelung für die Gastronomie, für körpernahe Dienstleistungen und Veranstaltungen enthalten. Gäste in Kneipen und Restaurants müssen eine medizinische Maske tragen müssen, sobald sie ihren Sitzplatz verlassen. Dies ist aber ohnehin schon seit vergangenem Jahr gängige Praxis.

Testpflicht in Bars und Kneipen

“Aus unserer Sicht ist es jedoch viel sicherer und besser umzusetzen, für Bars und Kneipen 2G+ mit Tests einzuführen”, teilt “Bars of Berlin” mit. “Darauf sind wir auch vorbereitet, da wir denken, diese Option wird sogar die Impfbereitschaft fördern.” “Bars of Berlin” ist eine Initiative von bisher mehr als 110 Lokalen, die sich in der Corona-Krise organisiert haben.

Auch das Gastgewerbe blickt in eine ungewisse Zukunft. In Berlin gibt ab Samstag die 2G-Regel. Das bedeutet, dass nur noch Geimpfte und Genesene in Hotels und Pensionen übernachten dürfen. Anderswo ist die Lage weitaus dramatischer. So wurden unter anderem in Sachsen touristische Übernachtungen gänzlich verboten. Womöglich steht dieser Schritt auch Berlin bevor.

Arbeitsplätze sichern

“Die neuen Corona-Einschränkungen treffen das Gastgewerbe wieder besonders hart”, heißt es in einer Mitteilung des Dehoga-Bundesverbandes. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband drängt auf eine wirksame Unterstützung der Branche, damit Existenzen und Arbeitsplätze gesichert werden.

„Die coronabedingten massiven Umsatzeinbußen gefährden die Zukunft des Gastgewerbes“, erklärt Dehoga-Präsident Guido Zöllick. „Im zweiten Lockdown hat die Politik der notleidenden Branche wirksame Unterstützung geleistet. Wenn unsere Betriebe jetzt wieder geschlossen werden, wie bereits in Bayern und Sachsen, brauchen wir wirksame Überlebenshilfen.“

Corona-Hilfen für alle

Um eine Pleitewelle zu vermeiden und Mitarbeiter zu halten, sei es wichtig, jetzt zukunftssichernde und ausreichende Corona-Hilfen für die Branche auf den Weg zu bringen. „Die Corona-Hilfen müssen allen betroffenen Unternehmen zur Verfügung stehen – unabhängig von Umsatzgröße und Mitarbeiterzahl“, so Zöllick.

Dringend erforderlich zur Zukunftssicherung der Branche sei zudem die Entfristung der Mehrwertsteuersenkung. „Aktuell gilt der reduzierte Mehrwertsteuersatz für Speisen in Restaurants noch bis 31. Dezember 2022. Die dauerhafte Senkung der Mehrwertsteuer unter Einbeziehung der Getränke ist jetzt das Gebot der Stunde“, sagt Zöllick und verweist auf die Zusage von SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz, der vor der Bundestagswahl versprochen hatte, dass die sieben Prozent bleiben.

Text: Nils Michaelis, Bild: Getty Images Plus/iStock/ViewApart

 

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