Der Kampf gegen Gewalt an Frauen

Demonstration gegen Gewalt an Frauen vor dem Brandenburger Tor.

Mit Plakataktionen und Notrufflyern in Lebensmitteldiscountern macht Friedrichshain-Kreuzberg auf Beratungs- und Hilfsangebote für von Gewalt betroffene Frauen aufmerksam.

Der Internationale Tag gegen Gewalt an Frauen am 25. November stand im Fokus der inzwischen fast zwei Jahre andauernden Corona-Pandemie. Denn die Lage hat sich verschärft: Für die einen bedeuteten Lockdown mit Homeschooling und Kinderbetreuung „nur“ zusätzliche Arbeit. Für viele andere wurde der Lockdown in den eigenen vier Wänden lebensbedrohend.

Plakataktion mit Notrufflyern

Um möglichst viele Frauen und Mädchen zu erreichen, die von häuslicher Gewalt, sexuellem Missbrauch und Zwangsverheiratungen betroffen sind, starteten die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragte Petra Koch-Knöbel und die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt im Jobcenter, Ulrike Spieler, eine Plakataktion mit Notrufflyern in allen bezirklichen Lebensmitteldiscountern.

Niedrigschwellig Informationen liefern

„Wir wissen, dass viele Frauen und Mädchen häusliche Gewalt, sexuellen Missbrauch oder Zwangsverheiratung kennen – ob aus eigener Erfahrung oder aus ihrem Umfeld. Deshalb wollen wir mit der Plakataktion und den ausgelegten Notrufflyern in den Lebensmittelfilialen auf die vielfältigen Beratungsangebote und Kriseneinrichtungen aufmerksam machen“, so Koch-Knöbel. Ulrike Spieler: „Supermärkte waren selbst während des strengsten Lockdowns die Orte, zu denen Frauen immer gehen konnten. Deshalb freuen wir uns, dass sie hier nun quasi im Vorübergehen Informationen über Hilfesysteme bekommen. Es ist wichtig, niedrigschwellig und mitunter auch unauffällig an Informationen dazu zu kommen.“

Zahlen steigen

Nach Aussagen der Polizei erhöhte sich 2020 die Anzahl der gemeldeten Fälle von häuslicher Gewalt in Berlin von 15.645 im Vorjahr um 682 auf 16.327. Für Friedrichshain-Kreuzberg hielt die Polizei für das Jahr 2020 831 gemeldete Fälle häuslicher Gewalt fest. Dabei muss von einer deutlich höheren Dunkelziffer ausgegangen werden. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Text: red, Bild: IMAGO / Bernd Friedel

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