Moabit: Obdachlosenstätte „Warmer Otto“ soll schließen

Warmer Otto

Die Wohnungslosentagesstätte „Warmer Otto“ in Moabit soll heute geschlossen werden. Bei Betroffenen und der SPD Mitte ist die Empörung über das überraschende Ende groß.

Der „Warme Otto“ gilt als ein sicherer Ort für bedürftige Menschen. Hier können sie sich ausruhen und austauschen, hier finden sie Unterstützung. Und das seit knapp 38 Jahren. Selbst in Pandemie-Hochzeiten hatte die Einrichtung der Berliner Stadtmission weiter für Bedürftige geöffnet. Nun soll damit Schluss sein. Noch heute soll die Anlaufstelle für Wohnungslose ihre Türen schließen. Die Stadtmission begründete den Schritt im „Tagesspiegel“ damit, dass die Räumlichkeiten „den gewachsenen fachlichen und rechtlichen Anforderungen nicht mehr gerecht werden“.

Raumfrage klären

Sie will nun mit dem Bezirk einen neuen Standort finden. Für die SPD-Fraktion Mitte reicht das nicht aus, um die Versorgungslücke zu schließen. „Mit großer Überraschung nimmt die SPD-Fraktion Mitte zur Kenntnis, dass die traditionsreiche Wohnungslosentagesstätte Warmer Otto zum 12. November ihre Pforten schließen und damit ihre Arbeit in Moabit beenden wird“, heißt es von der SPD.

Ihre Vorsitzenden Susanne Fischer und Dorothea Riedel sind besorgt, vor allem mit Blick audie sinkenden Temperaturen: „Der Winter steht vor der Tür, Menschen ohne Obdach sind gerade jetzt auf Einrichtungen wie den Warmen Otto angewiesen. Wir fordern das Bezirksamt daher auf, die Stadtmission bei der Suche nach neuen Räumlichkeiten tatkräftig zu unterstützen, und würden es sehr begrüßen, wenn die Stadtmission bis zur Klärung der Raumfrage die Tagesstätte an gewohntem Standort weiterführt.“

Niedrigschwellige Anlaufstelle

Der „Warme Otto“ bietet wohnungslosen und mittellosen Menschen eine niedrigschwellige, ganzjährige Anlaufstelle, in der sie neben einer Grundversorgung auch soziale Beratung und Begleitung erhalten – in deutscher, englischer und polnischer Sprache. Schwerpunktmäßig kümmert sich die Einrichtung der Berliner Stadtmission um wohnungslose EU-Bürger in Mitte.

Text: kr/red., Bild: IMAGO/photothek

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