Futtern für den Winterspeck

Igel Winterspeck

Tierwelt: Igel sind gerade auch in Berlin wieder fleißig auf Futtersuche. Die Menschen können den kleinen Tieren dabei helfen. Milch und rohes Hack sind für Igel allerdings tabu.

Futtern, futtern, futtern heißt es bis zum Spätherbst für die Igel. So bereiten sie sich auf den Winter vor. Die stachligen Fleischfresser sind seit einigen Wochen auch in Berliner Gärten und Hinterhöfen auf der Suche nach tierischen Proteinen und futtern nachts Schnecken, Käfer, Spinnen, Insekten und Larven. Wer ihnen die Suche erleichtern will, kann eine Schale mit Katzenfutter aufstellen, rät die Tierschutzorganisation Vier Pfoten.

Kein rohes Hackfleisch. Rohes Hackfleisch und Schweinefleisch gehören wegen möglicher Krankheitserreger allerdings nicht in den Igelnapf, warnen die Tierschützer. „Auch Milch ist tabu. Denn Igel sind laktoseintolerant und bekommen davon ernsthafte Verdauungsbeschwerden, die sogar tödlich enden können“, so die Vier Pfoten-Wildtierexpertin Eva Lindenschmidt.

Spezialfutter anmischen

Dafür gibt es einige andere Sachen, die Igel essen und die ihnen auch bekommen. Lindenschmidts Tipp für selbst gemachtes Spezialfutter: Fettreiches Katzenfutter mit etwas zerdrücktem, gekochten Ei ohne Salz vermischen. Alternativ schmecke den Igeln auch ungewürztes Rührei. Außerdem sollte ein Schälchen frisches Wasser nicht fehlen. Wichtig ist, dass die Futterschalen täglich gereinigt werden.

Nahrungsangebot wird knapp

Nicht zu früh eingreifen. „Igel sind dämmerungs- und nachtaktiv. Sieht man ein Tier tagsüber herumwandern, ist das definitiv ein Warnsignal“, so die Diplom-Biologin. Bevor man einen unverletzten Igel überstürzt einsammelt, sollte man ihn beobachten – denn jeder menschliche Kontakt bedeute für die Tiere Stress. Eva Lindenschmidt: „Sieht man einen kleinen Igel, sollte man nicht gleich eingreifen, sondern abwarten. Wer überstürzt handelt, könnte unwissentlich und ungewollt ein Jungtier von seiner Familie trennen.“

Wer helfen möchte, kann auich seinen Garten igelsicher machen. Laut Nabu besteht das ideale Winterquartier aus einem Haufen aus totem Holz, Reisig und Laub. Schon ab Mitte Oktober wird das Nahrungsangebot für Igel deutlich knapper, die Alttiere beginnen dieser Tage ihr Winternest zu bauen. Manche verspätete Jungigel sind aber auch jetzt noch tagsüber unterwegs, um sich Fettreserven anzufressen.

Text: dpa/red, Bild: Peter Steffen/dpa/dpa-mag

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