Marzahn-Hellersdorf: Der Jüdische Garten ist eröffnet

Auch Obstgehölze wurden in den jüdischen Garten gepflanzt
Auch Obstgehölze wurden in den jüdischen Garten gepflanzt

Als einen einmaligen Raum für Begegnungen, Austausch und Verständigung hat Regine Günther (Die Grünen), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, jetzt den Jüdischen Garten in den Gärten der Welt eröffnet. Auf einer Fläche von knapp 2.000 Quadratmetern sind Besucher ab sofort eingeladen, einen Einblick in die Vielfalt jüdischen Lebens zu erhalten und in die Geschichte des Judentums auch unter dem Aspekt der Gartenkunst einzutauchen.

Als landschaftsarchitektonisch-künstlerischer Beitrag komplettiert das Areal nun den Dialog der Kulturen, Religionen und Weltanschauungen in den Gärten der Welt. Gemeinsam repräsentieren der Jüdische Garten, der in direkter Blickrichtung gelegene Christliche Garten und der Orientalische Garten nun die drei großen monotheistischen Religionen.

Neuer, lebendiger Ort

„Der Jüdische Garten ist ein sehr lebendiger und vielfältiger Ort in den Gärten der Welt geworden. Ihn zu realisieren, war ein Herzensanliegen des Landes Berlin“, erklärte Senatorin Günther in ihrer Eröffnungsansprache.

Mit der Anlage dieses weltweit ersten jüdischen Gartenraums in einem Park sei etwas Einzigartiges entstanden. Der Garten unterstreiche die Bedeutung des jüdischen Lebens in Berlin. Jüdische Kultur, so Günther, gehöre zum Kernbestand des Berliner Stadtlebens – und von nun an gehört auch der Jüdische Garten dazu, erläuterte Umweltsenatorin die Bedeutung der einzigartigen Gartenanlage.

Vielschichtige Bedeutungen

Der Jüdische Garten will an das Naturverständnis im Judentum anknüpfen. Er geht in seiner Gestaltung insbesondere darauf ein, dass in der Diaspora oder im Exil oft ein kleines Fleckchen Erde genügen musste, auf dem Nutz- und Zierpflanzen sowie Pflanzen für den zeremoniellen Gebrauch gezogen wurden.

Mit Bezug zur Bibel

Im Jüdischen Garten gedeihen daher Pflanzen, die zur Geschichte und Kultur jüdischen Lebens gehören. So zählen beispielsweise die ausgewählten Pflanzenarten Weizen, Wein und Feigen zu den „sieben Arten“ der hebräischen Bibel, die das Volk Israel im gelobten Land fand.

Der Jüdische Garten bietet einen noch vielfältigeren Zugang zum Judentum, in dem er über die Pflanzenauswahl auf Werke jüdischer Autoren aufmerksam macht. Das entstandene Wegenetz steht für die Verflechtungen der jüdischen Kultur und ihre internationalen Bezüge. Skulpturale Pavillons des Künstlers Manfred Pernice laden an zwei Begegnungspunkten zum Verweilen ein.

Viele Unterstützer

Grundlage für den Jüdischen Garten ist der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft „atelier le balto“ mit Manfred Pernice und Wilfried Kuehn. Initiator für die Errichtung des Projekts war die Allianz Umweltstiftung, die bereits 2005 den Bau des Orientalischen Gartens und 2011 den des Christlichen Gartens unterstützt hat. Die Baukosten betragen rund zwei Millionen Euro. Die Finanzierung erfolgte mit Mitteln der Axel Springer Stiftung, der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Allianz Umweltstiftung.

Am 24. Oktober werden in zwei kostenlosen, interaktiven Führungen die Pflanzen des Jüdischen Gartens vorgestellt. Die 90-minütigen Führungen finden um 10.30 Uhr und um 14 Uhr statt. Interessierte können sich online anmelden. (red)

https://bit.ly/3G3gyQQ

Text: Red, Bilder: Grün Berlin Lichtschwärmer

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