Hund des Tages: Der Dackel, das liebenswerte Schlitzohr

Kult-Rasse: Der Dackel, das liebenswerte Schlitzohr

Er ist eine Persönlichkeit auf vier Beinen, ein Schlitzohr, das stur ist und alles hinterfragt.

Kurzum: „Du gibst dem Dackel den kleinen Finger, er nimmt die ganze Hand“, sagt Elfriede Kolbeck vom Bayerischen Dachshundklub. Trotz der herausfordernden Charaktereigenschaften ist die Fangemeinde des kleinen Hundes mit großem Ego riesig. Oder besser: genau deshalb. Als Kultobjekt wird er etwa in Berlin in einer speziellen Dackelkneipe gefeiert, in Passau gleich mit einem Museum. Und Jäger schätzen den Dackel, auch Dachshund oder Teckel genannt, für seine Leidenschaft. Kein Fuchsbau ist vor ihm sicher und auch beim Stöbern zeigt er, vorsichtig formuliert, Ehrgeiz. Trotzdem ist der Dackel auch bei älteren Leuten und Familien beliebt. Wie passt das zusammen?

„Man muss sehr konsequent und bestimmt mit ihm sein und ihn gut beschäftigen“, sagt Kolbeck. „Aber dann ist der Dackel für alle Menschen geeignet.“ Ob Familien mit Kindern, fitte Senioren oder Alleinstehende. Mit einer kleinen Einschränkung: nicht jeder Hund der Rasse ist für jeden geeignet.

Seriöse Züchter vermitteln nach Charakter

„Wer einen Dackel haben möchte, der sollte sich mit einem seriösen Züchter in Verbindung setzen“, rät Kolbeck. Die meisten Welpen einer bewusst jagdlich gezüchteten Linie sind zum Beispiel vermutlich nichts für eine Familie in der Stadt. Tiere, die nicht viel Trieb zeigen, dagegen nichts für einen Jäger. Der Züchter hilft dabei, die richtigen Tiere den richtigen Besitzern zu vermitteln. Die Optik (Langhaar, Kurzhaar, Rauhaar) ist dabei zweitrangig, es geht um den Charakter. Egal was für einen Job die Dackel haben, klar ist: Sie sollten nicht springen und keine Treppen gehen, vor allem nicht bergab. „Damit der Dackel gesund bleibt, muss er schlank bleiben und eine gute Rückenmuskulatur entwickeln“, weiß Kolbeck. Dafür ist regelmäßiges Spazierengehen wichtig und Schwimmen, das hilft auch.

Erhöhtes Risiko für Rückenleiden

Kolbeck betont, dass die Züchter im Deutschen Teckelklub sehr viel dafür tun, dass ihre Hunde gesund sind. Die Elterntiere werden auf viele verschiedenen Krankheiten untersucht. Es gibt genaue Vorgaben, welche Farben und Maße erlaubt sind.

Die Hunde bleiben aber lang und kurzbeinig, und so sollen sie laut Rassestandard auch sein. Sonja Krämer von der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) weist daraufhin, dass die Dackel deshalb ein erhöhtes Risiko haben, eine Rückenerkrankung zu erleiden: „Sie zeigen eine starke Disposition zu frühzeitigen Fehlbildungen im Bereich der Zwischenwirbelscheiben, was selbst bei normaler Belastung zu einem Bandscheibenvorfall führen kann.“

Zucht mit Tigerdackel-Gen umstritten

Am Beispiel des „Tigerdackels“ mit dem gescheckten, pastellartigen Fell lässt sich auch erklären, warum die Fellfarbe nicht unbedeutend ist: Die Zucht mit den sogenannten Merle-Genen, das für die gescheckte Farbe verantwortlich ist, kann gefährlich sein. Werden zwei Hunde mit Merle-Genen verpaart sind die Hunde oft krank, manchmal sogar schwer behindert.

Deshalb muss vor einer Verpaarung klar sein, welche Gene ein Hund trägt. Trägt ein Hund das Merle-Gen nur einfach sind die Hunde in der Regel gesund. Verantwortungsbewusste Züchter müssen ihre Hunde, auch wenn sie keine charakteristische Fellfarbe haben, auf das Gen testen, denn nicht immer ist es den Hunden anzusehen.

Ob einfach Merle-Gen tragende Hunde einem höheren Gesundheitsrisiko ausgesetzt sind oder nicht, das ist noch nicht abschließend geklärt. Der Tierärztliche Verband für Tierschutz (TVT) rät dennoch grundsätzlich von der Zucht mit Merle-Genen ab.

Text: dpa, Bild: Andrea Warnecke/dpa-mag

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