Neukölln: Ein Kiez-Wohnzimmer im Nagelstudio

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In dem ehemaligen Nagelstudio an der Hermannstraße können Nachbarn Ideen zum Mitmachen verwirklichen. Bild: Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin

Im Norden von Neukölln gibt es ein neues Kiez-Wohnzimmer. Das „studio nagelneu“ können Anwohner für Workshops, Treffen und Veranstaltungen nutzen

Initiiert wurde das Kiez-Wohnzimmer in einem ehemaligen Nagelstudio an der Hermannstraße 103 vom Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin, die Gestaltung übernahm das Berliner Architekt:innen Kollektiv Team Dis+Ko. Die Zwischennutzung ist auf zwei Jahre angelegt.

Das Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin bietet im studio nagelneu eigene Veranstaltungen an, vermietet den Raum aber auch zu fairen Preisen, heißt es auf der Website der Initiative. Für Nachbarschaftsinitiativen werde das Studio auch kostenlos zur Verfügung gestellt.

Veranstaltungen zum sozialökologischen Wandel

„Wir freuen uns besonders über Veranstaltungen, die einen Beitrag zu einem sozialökologischen Wandel leisten“, wird mitgeteilt. Genannt werden Themen wie Nachhaltigkeit, Friedhofs- und Trauerkultur sowie Bildung, Nachbarschaft, Antidiskriminierung, Lebensmittel und Stadtnatur.

Seit Anfang September gibt es das neue Angebot. Mit der Resonanz ist das Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin zufrieden. „Wir bekommen täglich zwei bis vier E-Mails von  Nachbarn auf der Suche nach Räumlichkeiten“, berichtet die Aktivistin Viviana Kaufman. „Die meisten würden gerne wöchentlich Abends den Raum nutzen, es gibt aber auch Anfragen für einmalige oder monatliche Treffen und Veranstaltungen.“

Pesto vom Friedhof

Im „studio nagelneu“ werden zudem Produkte aus dem Garten in der Zukunft des Prinzessinnengartens verarbeitet. Dazu zählen Pesto aus Basilikum oder Tee aus Kräuterm  und Blüten. Der Gemeinschaftsgarten befindet sich auf dem Neuen St. Jacobi Friedhof an der Hermannstraße.

Derzeit seien fast alle Abende unter der Woche besetzt. „Nachbarn wollen sich treffen, Gruppen wollen Theater machen oder sich über die Politik austauschen“. so Kaufman. Andere wollen für Obdachlose kochen oder zusammen zeichnen.

Freitags ist das Raum von 15 bis 20 Uhr allgemein zugänglich. Es gibt andere Veranstaltungen und Zeiten, zu denen der Raum für alle offen ist. Derlei Termine sind auf der Website oder im Schaufenster zu erfahren. Anfragen für Nutzungen werden per E-Mail entgegengenommen (siehe Mail-Adresse am Ende des Beitrags).

Das „studio nagelneu“ wird durch Edible City Network, ein Projekt, in dem das Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin aktiv ist, gefördert. Der Prinzessinnengarten ist für die Planung und Organisation zuständig.

Grüner Lernort mitten in der Stadt

Im Jahr 2009 wurde der Prinzessinnengarten, ein Gemeinschaftsgarten und Lernort, auf einer Brache am Moritzplatz in Kreuzberg gegründet. 2019 bezog das Projekt einen neuen Standort in Neukölln. Auf Teilflächen des Neuen St. Jacobi Friedhofs, der sich in der Nachbarschaft des „studios nagelneu“ befindet, entstand eine neue Form des Gemeinschaftsgartens.  

Dieser Gemeinschaftsgarten befindet sich inmitten eines in 100 Jahren gewachsenen Naturraums. „Hier versuchen wir im Einklang mit den Bedürfnissen aller Nutzer den Garten gemeinschaftlich wachsen zu lassen“, so das Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin.

Anfragen für das „studio nagelneu“:
nagelneu@prinzessinnengarten.net

Text: Nils Michaelis, Bild: Prinzessinnengarten Kollektiv Berlin

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