BVG-Erfolg mit Organspendeausweisen

Tram-Fahrerin mit Organspendeausweis

Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) und die Charité brachten in einer gemeinsamen Aktion Hunderttausende Organspendeausweise unters Volk.

Hunderttausende Organspendeausweise in Umlauf und ein buchstäblich lebenswichtiges Thema neu auf die Tagesordnung gebracht. Anfragen und viel positive Resonanz aus ganz Deutschland. So lautet die Erfolgsbilanz der gemeinsamen Aktion „Herzstillstand“ von BVG und Charité – Universitätsmedizin Berlin.

Zum Weltherztag am 29. September hatten die beiden großen Berliner Institutionen die Aktion gestartet. Sie soll Berlinen und Besuchern für das Thema Organspende sensibilisieren und sie motivieren, selbst potenzielle Organspender zu werden.

Ausweise herunterladen

In rund zwei Wochen wurden bereits fast 500.000 Organspendeausweise im gelben BVG-Design zur Verfügung gestellt. Sie waren in den ersten Tagen der Aktion in fast allen BVG-Fahrzeugen, U-Bahnhöfen und Kundenzentren zu finden. Wer wollte und will, kann sich einen Ausweis weiter auf der Website herunterladen.

Inzwischen wurde die Reichweite der Aktion aber noch vergrößert. Es gibt die Ausweise auch in den Flyerständern in Gastrobetrieben, Hochschulen, Kinos und Kultureinrichtungen. Nach Schätzungen und Auswertung der geringen Restbestände im Lager sind bereits rund 270.000 Ausweise mitgenommen worden.

Entscheiden rettet Leben

„Die große und durchweg positive Resonanz freut uns sehr“, sagt Christine Wolburg, BVG-Bereichsleiterin Vertrieb und Marketing. Bei den Kollegen hätten sich Menschen aus ganz Deutschland per Mail, Telefon oder über die Social-Media-Kanäle Menschen gemeldet.

Sie waren ganz versessen auf besonders gestalteten Organspendeausweise. „Natürlich“, so Wolburg, „haben wir uns bemüht, alle Wünsche zu erfüllen, denn diese Aktion ist uns buchstäblich eine Herzenssache.“

Prof. Dr. Johann Pratschke, Direktor der Chirurgischen Klinik der Charité, betont: „Wenn wir es mit der Aktion erreichen, dass sich tausende Menschen mit dem Thema befassen, eine Entscheidung treffen und diese dokumentieren – dann ist das ein Erfolg, der potenziell Leben retten kann.“

Positive Einstellung

Die moderne Medizin würde es möglich machen, so Pratschke, Patienten mit einem Organversagen in Folge ganz unterschiedlicher Erkrankungen zu helfen. Doch obwohl Umfragen zeigen, dass die Mehrheit der Menschen in der Bundesrepublik der Organspende aufgeschlossen und positiv gegenübersteht, seien die Chancen auf ein Spenderorgan für die Patienten hierzulande leider viel schlechter als in den meisten Nachbarländer.

Laut einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) aus dem Jahr 2020 haben zwar 82 Prozent der Befragten eine eher positive Einstellung zur Organspende, 62 Prozent haben ihre Entscheidung für oder gegen eine Spende bereits getroffen, doch nur 44 Prozent der Befragten haben dies auch bereits dokumentiert.

Spanien ist Spitzenreiter

Dabei ist der Bedarf an lebensrettenden Spenderorganen nach wie vor hoch. Mehr als 9000 Patienten auf der Warteliste für eine Transplantation standen in Deutschland im Jahr 2020 genau 913 Spendern gegenüber, die nahezu 3000 Organe gespendet haben.

Das entspricht 10,9 Organspendern je eine Million Einwohner. Zum Vergleich: In Spanien, dem europäischen Spitzenreiter, kamen im selben Jahr auf eine Million Einwohner 38,0 Organspender.

Text: Redaktion/BVG, Bild: BVG

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