Alte Försterei: Ein Name, der für immer bleibt

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Warum der 1. FC Union im Stadion An der Alten Försterei spielt und was seine Fans und Mitglieder damit zu tun haben.

Seit seinem Aufstieg in die erste Bundesliga 2019 hat das Profiteam des 1. FC Union Berlin eine atemberaubende Entwicklung genommen, die die Elf inzwischen bis nach Europa geführt hat. Grund genug für uns, mit Hilfe des Autors und Union-Fans Frank Nussbrücker und seines Buches „111 Gründe, den 1. FC Union Berlin zu lieben“ hinter die Kulissen des Kultvereins zu blicken.

Die Anfänge des 1. FC Union Berlin

Nach einigen Umbenennungen und Spielort-Wechseln bezog Unions Vorgängerverein, der in der obersten Berliner Spielklasse (VBB) kickende SC Union 06 Oberschöneweide (von seinen Fans nur Union-Ob. genannt) seine neue Heimat. Die fand er – mitten in der Spielzeit 1919/20 am Köpenicker Ortseingang im Sportpark Sadowa in der Wuhlheide.

Die Unioner pachteten es von der Städtischen Forstverwaltung. In unmittelbarer Nähe befand sich die königliche Jägerei, deren Sitz bis heute die Geschäftsstelle des 1. FC Union Berlin beherbergt. Ausdruck der einstigen Nachbarschaft ist nicht zuletzt der bis heute und für alle Union-Zeit gültige Name jener Spielstätte: Stadion An der Alten Försterei. Hier nun, in seiner neuen Heimat, beendete Union-Ob. die Saison 1919/20 als Berliner Meister!

Freiwillige Spenden

Schon damals fühlten sich die Vereinsmitglieder ihrer Spielstätte innig verbunden und legten größten Wert darauf, eigenverantwortlich zu handeln. Paragraf 168 der Vereinssatzung war dem Platzfonds gewidmet, in den ein Viertel aller Vereinseinnahmen flossen und der zusätzlich durch freiwillige Spenden aufgestockt werden konnte. Besagter Fonds diente zur Erhaltung, Reparatur und Weiterentwicklung der Sportanlagen. An diesem Verhältnis zu ihrer Spielstätte hat sich bis heute nichts geändert.

Teure Sanierung

Als sich der Verein anschickte, in der Saison 1998/99 in den bezahlten Fußball zurückzukehren (Union scheiterte in der Relegation am VfL Osnabrück), sprossen zwischen den Stufen der großen Stehplatztraversen zarte Butterblümchen und üppiges Grün. Der Zahn der Zeit war Unions altehrwürdiger Heimspielstätte gnadenlos zu Leibe gerückt.

Obendrein genügte diese in keinerlei Hinsicht, angefangen bei der fehlenden Rasenheizung, den Anforderungen des DFB. Der hatte den Verein wissen lassen, dass es An der Alten Försterei nur nach einer grundlegenden Stadionsanierung Spiele in der 2. Bundesliga geben würde. Die Sanierung würde laut des sozialdemokratischen Sportsenators rund 20 Millionen Euro kosten. Diese zu berappen, sei die Stadt nicht bereit. Wie also weiter?

Machbare Alternative

Die Option, anstelle des alten Stehplatzstadions eine moderne Sitzplatzarena zu errichten, scheiterte zweitens am fehlenden Geld und erstens am Willen der Union-Fans. Kategorisch lehnten sie nicht nur die herzlos konzipierten 08/15-Paläste ab.

Die scheinbare Alternative, in ein anderes Stadion umzuziehen, kam den Unionern ebenfalls nicht in die Tüte. Zwei von ihnen, der eine im Vereinsvorstand, der andere Präsident, sorgten für die Lösung. Während Ersterer – ein Architekt – die Pläne für die neue Alte Försterei zeichnete, kümmerte sich der Präsident darum, dass der Verein das Recht erwarb, das Gelände, auf welchem sein Stadion steht, in Eigenregie bebauen zu dürfen.

Text: Frank Nussbrücker/Redaktion, Bild: imago images/Schöning

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