Internationales Festival „Theater der Dinge“ in der Schaubude

Eine Hase beim Theater der Dinge

Die Schaubude präsentiert vom 4. bis 13. November das internationale Festival des zeitgenössischen Figuren- und Objekttheaters „Theater der Dinge“. 

Mit einem reichhaltigen Programm in der Schaubude an der Greifswalder Straße sowie an mehreren anderen Spielorten und im digitalen Raum meldet sich das internationale Festival „Theater der Dinge“ zurück.

Festival mit zwei Schwerpunkten

Vor dem Hintergrund der globalen Pandemie beschäftigen sich die künstlerischen Positionen der diesjährigen Ausgabe mit dem Ende des Anthropozäns und entwickeln Ideen, wie der Mensch in der Welt neu verortet werden kann. Dabei liegt der Fokus einerseits auf ökologischen Fragestellungen und dem Fußabdruck, den der Mensch auf der Welt hinterlässt, andererseits auf der Erfahrung von Leere und dem Wunsch nach neuen Strategien der Vernetzung.

Die gezeigten Produktionen laden ein, verschiedene Facetten des Themas zu erkunden: In der Eröffnungsinszenierung „Still Life“ des Puppentheaters Ljubljana changieren die naturalistischen Puppen zwischen lebendig und ausgestopft und spielen mit unseren Vorstellungen von Natürlichkeit.

Die Festival-Koproduktion „Pantoffeltierchen und Meteoriten“ von Xesca Salvà und Marc Villanueva Mir sucht mit Biologinnen nach pilzartigen Geflechten und überführt die Theorien der Wissenschaftlerin Anna Tsing, die im Festival mit einem Vortrag vertreten ist, in eine Installation.

Anwesenheit und Abwesenheit

„Insekten“, eine Koproduktion des Jungen Nationaltheaters Mannheim mit der cie. toit végétal, und die Romanadaption „Als die Tiere den Wald verließen“ der Artisanen blicken mit dem jungen Publikum aufs Artensterben, während die Besucher der VR-Installation „Paw?araibu“ als singende Drohne über die Überreste des Hambacher Forsts fliegen.

Aber es geht auch um Anwesenheit und Abwesenheit, etwa in Franz Schrörs Zoom-Performance „Zimmer ohne Ausblick“ oder einer „Choreografie mit Licht und Nebel“ der scheinzeitmenschen. Oder den Einfluss globaler Warenströme auf Mensch und Natur, wie es Yves Ndagano und Jan-Christoph Gockel in ihrem Film „Coltan-Fieber“ anhand der Kinderarbeiter in der Demokratischen Republik Kongo oder Silke Huysmans und Hannes Dereere in ihrer Recherche über den Inselstaat Nauru eindringlich erzählen.

Digitales Kontextprogramm

Theater der Dinge 2021 reagiert mit seinem Programm auf die Pandemie-Situation: Das Bühnenprogramm ist in diesem Jahr kleiner gehalten, stattdessen laden intime Vorstellungen und Installationen, digitale Inszenierungen und ein Filmprogramm sowie ein umfangreiches, weitestgehend online stattfindendes Kontextprogramm zur Auseinandersetzung ein.

Das genaue Programm und der Vorverkauf sind ab 18. Oktober online.

Text: Redaktion, Bild: Jaka Varmuz 

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