Anwalt will Räumung der Köpi-Wagenburg verhindern

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Am 15. Oktober soll der Wagenplatz an der Köpenicker Straße 137 in Mitte geräumt werden. Während die Bewohner in den vergangenen Tagen die Zäune und Barrikaden rund um das Gelände verstärkt haben, scheint nun der Anwalt des Wagenplatzes einen Formfehler gefunden zu haben, der zumindest den  Räumungstermin fürs Erste aufschieben könnte.

Den Gerichts-Beschluss für die Räumung am 15. Oktober gibt es seit Juni diesen Jahres. Damit soll das rund 2.600 Quadratmeter große Grundstück für eine Bebauung durch den Eigentümer nutzbar gemacht werden. Während die aktuellen Bewohner in den vergangenen Tagen die Zäune rund um das Gelände verstärkt haben, scheint nun der Anwalt des Wagenplatzes einen aufsehenerregenden Formfehler gefunden zu haben, der den Räumungstermin fürs Erste aufschieben könnte.

Gutachter entdeckt Fälschung im Anwaltsmandat

„Seit Juni 2021 lagen uns die Schriftstücke des Eigentümers zu den Vollmachten der Anwälte der gegnerischen Partei vor. Ein Schriften-Gutachter hat diese Dokumente in unserem Auftrag untersucht und festgestellt, dass eine der Unterschriften nicht von einer der dort genannten Person stammen kann. Faktisch bedeutet dies, dass eine der gegnerischen Parteien gar nicht bei der Verhandlung vertreten war“, erläutert Köpi-Anwalt Moritz Heusinger. Man habe nun eine „seriöse Perspektive“, um dass Räumungsverfahren noch bis zum kommenden Freitag stoppen zu können.

Köpi-Anwalt Moritz Heusinger.
Köpi-Anwalt Moritz Heusinger.

„Wir werden einen entsprechenden Einspruch mit dem 30-seitigen Gutachten noch übers Wochenende fertigstellen und es dann als Eilverfahren beim Oberverwaltungsgericht einreichen“, so Heusinger in einer am Köpi-Platz eingerichteten Pressekonferenz am Freitagmorgen.

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Bewohner prüfen „faktische“ Mittel gegen die Räumung 

Auf dem Gelände vor dem Haus wohnen nach Angaben der Wagenburgsprecher rund 50 Menschen. Die Bewohner selbst bezeichnen den Ort als als autonomen Lebensraum und letztes „gallisches Dorf“ im Spekulantenmeer des Berliner Immobilienmarktes.

Nach der Beendigung eines gemeinsamen Nutzungsvertrages im Jahr 2015 haben die Bewohner bereits versucht, einen Erbbauvertrag mit dem Eigentümer abschließen zu können – ohne Erfolg. 

„Wir werden nun nach den rechtlichen auch alle anderen Möglichkeiten ausschöpfen, um hier bleiben zu können, betonte einer der vermummten Projektsprecher, der sich selbst Ronny Konnopke nennt, den Willen der Wagenburgbewohner. Wie sich die Lage nun tatsächlich bis zum kommenden Freitag entwickeln wird, scheint indes ungewiss. Die Gefahr, dass es doch zu Straßenschlachten im Bereich der Köpenicker Straße kommen könnte, scheint indes nicht ausgeschlossen.

Text: Stefan Bartylla, Foto: Stefan Bartylla

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