Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg fällt aus

Weihnachtsmarkt

Beliebter Markt fällt auch im zweiten Winter der Pandemie aus. FDP-Fraktion kritisiert Restriktionen des Senats.

Nicht nur für den Veranstalter des beliebten Weihnachtsmarkts vor dem Schloss Charlottenburg, Tommy Erbe (61), ist diese Nachricht eine Enttäuschung: der Markt kann auch in diesem Winter nicht stattfinden. Das gab Erbe am gestrigen Mittwoch bekannt. Grund seien die geltenden Corona-Beschränkungen. Demnach ist das Trinken von Alkohol auf Grünflächen weiterhin verboten, die Fläche vor dem Schloss gilt aber als Grünfläche. Der Ausschank von Glühwein wäre also nicht möglich. Auch die Beschränkung auf 2.000 Besucher sei ein Hindernis, müsste Erbe dafür doch an sieben Eingängen kontrollieren. „Ein Hygieneschutzkonzept für Weihnachtsmärkte wie unseren gibt es nicht. Der Senat ist nach zwei Jahren Pandemie immer noch unfähig“, sagte Erbe enttäuscht.

Kritik kommt von der FDP-Fraktion

Kritik kommt auch von der Charlottenburger FDP-Fraktion. Es sei ein großes Armutszeugnis vonseiten der Politik, wenn auch im zweiten Winter der Pandemie weiter Restriktionen die weihnachtliche Vorfreude schmälern und wirtschaftliche Existenzen ruiniert werden, sagte der Fraktionsvorsitzende Felix Recke. „Für uns ist es nicht hinnehmbar, dass Alkoholverbote und zweifelhafte Auflagen den Betrieb unnötig erschweren, obwohl mit Hygienekonzepten und an der frischen Luft Lösungen denkbar gewesen wären. Auch das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf muss sich fragen lassen, inwiefern es hier gegenüber dem Senat genug Druck ausgeübt hat. Beim Weinfest auf dem Rüdesheimer Platz hat es schließlich auch mit einer Ausnahmegenehmigung geklappt. Die Menschen verdienen ein wenig weihnachtliche Leichtigkeit“, so Recke weiter.

Verkaufsoffene Sonntage auf der Kippe

Der Weihnachtsmarkt vor dem Schloss Charlottenburg ist der erste der großen Weihnachtsmärkte, der in diesem Jahr abgesagt wurde. Die anderen Markt-Veranstalter hoffen weiterhin auf eine Vorweihnachtszeit mit Glühweinständen und Co. Möglich soll das durch 2G- und 3G-Konzepte sein. Auch die geplanten und vom Senat bekanntgegebenen verkaufsoffenen Sonntag stünden auf der Kippe, fallen noch mehr Weihnachtsmärkte aus. Nur wenn drei der fünf großen Weihnachtsmärkte stattfinden, dürfen auch die Berliner Geschäfte am 5. und 19. Dezember öffnen.

Text: kr, Bild: IMAGO/Sabine Gudath

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