Marzahn-Hellersdorf: Schülersprecher fordern Politiker zum Handeln auf

Schule in Biesdorf
Bildnummer: 58217575 Datum: 24.05.2012 Copyright: imago/Lars Reimann Annika und Sabrina (rotes Kleid) während eines Vortrages, Mathematik Unterricht in der Klasse 8.3, Otto-Nagel-Gymnasium in Berlin Biesdorf, Schulstraße 11, Gesellschaft Bildung Ger Berlin Schule Schulklasse Symbolfoto xdp 0xx 2012 quer Apple Bildung Computer Klasse Klassenzimmer Mac Schule Schüler Unterricht 58217575 Date 24 05 2012 Copyright Imago Lars Reimann Annika and Sabrina Red Dress during a Talk Mathematics Teaching in the Class 8 3 Otto Nagel Gymnasium in Berlin Biesdorf Schulstraße 11 Society Education ger Berlin School School class Symbolic image XDP 2012 horizontal Apple Education Computer Class Classroom Mac School Students Teaching

Der neu formierte Bezirksschülerausschuss aus Marzahn-Hellersdorf hat Anfang dieser Woche Forderungen in eigener Sache formuliert und an Bezirksamt und Presse versendet. Klimaschutz und Unterrichtsqualität spielen eine große Rolle in diesem Papier.

Die Wahlen zur Bezirksverordnetenversammlung in Marzahn-Hellersdorf hatten erstaunliche und noch offene Ergebnisse: Je nach Zusammensetzung von Zählgemeinschaften könnte die CDU mit Nadja Zivkovic, die SPD mit Gordon Lemm oder die Fraktion der Linken mit Juliane Witt ihren Bezirks-Chef ins Rathaus schicken. Während im Moment die Verhandlungen zu den bezirklichen Koalitionen noch hinter verschlossen Türen laufen, machen sich an anderer Stelle bereits politische und gesellschaftliche Vertreter bereit, um unabhängig von Parteizugehörigkeiten oder Ämtern Ansprüche an das neu zu sortierende Bezirksparlament zu formulieren. So auch der neu gewählte Bezirksschülerausschuss aus Marzahn-Hellersdorf, der Anfang dieser Woche bereits Forderungen in eigener Sache versandt hat.

Ganz im Zeichen der Klimadebatte fordern die Schüler neben der Schaffung von mehr Trinkwasserspendern an allen Schulen und Begrünung der Schulen durch Schulgärten auch  mehr Bildung und Unterricht zum Thema Nachhaltigkeit und Klimaschutz sowie einen einheitlichen Umgang mit den Teilnehmern der Schüler-Aktionen von Fridays for Future. „Die Sanktionen der verschiedenen Schulen zu unseren Klimaschutz-Protesten fallen noch ganz unterschiedlich aus. Das muss sich ändern“, so Schülersprecher Jeremy Jarsetz.

Trinkwasserspender in allen Schulen

„Forderung nach Trinkwasserspender für alle Schulen im Bezirk hatten wir in einer gemeinsamen Runde mit den Bezirksstadträten Juliane Witt, Gordon Lemm und Nadja Zivkovic sowie dem ehemaligen Klimaschutzbeauftragten Matthias Rose bereits im November vergangenen Jahres festgelegt. Was jetzt fehlt ist die Umsetzung im Rahmen unseres dort beschlossenen Klimaschutzpaketes“, erklärt Jarsetz, der auch im Landesgremium der Schüler*innen im Vorsitz ist.

Schüler kooperieren mit Fridays for Future

Auch die seinerzeit formulierten Punkte zu nachhaltiger Schulspeisung und konsequent gelebter Mülltrennung müssen noch dringend realisiert werden. „Allgemein unterstützen wir den vollständigen Forderungskatalog unseres Kooperationspartners, der Fridays for Future Bezirksgruppe“, sagt Jarsetz, der einen besonders großen Bedarf in der Weiterqualifizierung von quereinsteigenden Pädagogen sieht.

„Schulen brauchen besser ausgebildete Lehrkräfte“

„Es fällt den Schülern immer wieder auf, dass der Standard dieser unerfahrenen Pädagogen in vielen Fällen einfach noch nicht ausreicht“, erklärt der Schülersprecher. Da aktuell aber immer mehr Quereinsteiger unterrichten, sehe er und seine Mitschüler die Notwendigkeit, das Erlangen von entsprechenden Kompetenzen verstärkt zu fördern. „Wissensvermittlung ist wichtiger, als eine Quote“, so sein Fazit. Um all diese Punkte umsetzen zu können, wünschen sich die Vertreter des Bezirksschülerausschusses einen weiteren Dialog und intensivem Austausch, um Schule gemeinsam für alle besser zu machen.

Grundsätzlich sei es ein Riesenmeilenstein gewesen, den Schülerausschuss, die Vertreter des Bezirksamtes und die FridaysforFuture-Bezirksgruppe an einen gemeinsamen Diskussions-Tisch schon vor Jahresfrist zu bekommen. „Jetzt müssen wir aber schauen, mit wem wir nun das damals beschlossene Klimaaktionspaket  fortführen werden“, erläuterte Jeremy Jarsetz die nächsten Ziele des Bezirksschülerausschusses gegenüber dem Berliner Abendblatt.

Text: Stefan Bartylla, Bild: imago/Lars Reimann

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