Tempo 30 für ganz Berlin gefordert

Radfahrer Mahnwache

Fahrradinitiative will die Straßen der Stadt für sämtliche Verkehrsteilnehmer sicherer machen und fordert ein stadtweites Tempolimit.

Neun Radfahrende sind in diesem Jahr bereits im Straßenverkehr ums Leben gekommen. Erst am vergangenen Freitag wurde eine 29-Jährige an der Reinickendorfer Straße im Wedding von einem Lkw-Fahrer gerammt und tödlich verletzt. Die Frau starb trotz Reanimierungsversuchen noch am Unfallort. Die Radfahrinitiative „Changing Cities“ appelliert nun erneut an das Abgeordnetenhaus, die Straßen der Hauptstadt für alle Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen und stadtweit Tempo 30 einzuführen. „Sie haben jetzt die Chance, die Verkehrssicherheit für Rad-, Fuß- und öffentlichen Verkehr zu erhöhen und mit weniger Autoverkehr die Städte lebenswerter zu gestalten. Machen Sie die Straßen mit Tempo 30 sicherer für alle, denn allein 2021 wurden 17 Menschen im Fuß- und Radverkehr getötet. Wenn Sie unsere Mobilität nachhaltiger gestalten, sind wir, die Bürgerinnen und Bürger, auch sicherer unterwegs!“, sagt Ragnhild Sørensen von Changing Cities.

Anreize für einen Autoverzicht schaffen

Bislang gilt Tempo-30 auf vielen Hauptstraßen Berlins, wie der Leipziger Straße. Hier jedoch weniger aus Sicherheitsgründen als um die Schadstoffbelastung auf der vielbefahrenen Straße zu minimieren. Changing Cities fordert, das Tempolimit auf sämtliche Straßen der Stadt auszuweiten. Bereits vor den Wahlen brachten sie auch eine „Freie-Straßen-Prämie“ ins Gespräch. Demnach könnten Erwachsene, die kein Auto haben, jährlich 1.100 Euro erhalten, Kinder 550 Euro.

Das Geld könnte etwa für ein BVG-Jahresabo oder in ein neues Fahrrad investiert werden. „Die Freie-Straßen-Prämie setzt den Anreiz, kein Auto zu haben, nach dem Motto: ,Kein Auto lohnt sich‘. Der Autobestand wird so innerhalb weniger Jahre ohne Verbote und auf freiwilliger Basis reduziert und mit ihm der alltägliche Stau und das übliche Verkehrschaos“, so die Hoffnung der Initiative. Die Prämie sei als Wertschätzung zu sehen, für diejenigen, die zu einer Stadt mit freien Straßen beitragen. Die könnten dann als Spielstraßen oder für Nachbarschaftsprojekte genutzt werden, so die Vorstellung.

Text: kr, Bild: changing-cities.org

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