Berlin feiert 100 Jahre Avus

Berlin 100 Jahre Avus
Aus der Rennstrecke wurde ein legendäres Tor zur Stadt.

Rennpiste und Stadtautobahn: Am 24. September wird die Avus 100 Jahre alt.

Bis 20 Uhr wird an der Nordkurve der früheren Rennstrecke ein Festprogramm geboten. Eine Fahrzeugausstellung zeigt Rennwagen aus sieben Jahrzehnten des Rennsports auf der einstigen Automobil-Verkehrs- und Übungsstraße. Rennsporthelden wie Hans-Joachim Stuck oder Kurt Ahrens erzählen aus ihren Abenteuern auf der Grunewaldpiste, heißt es in einer Ankündigung. Zu den weiteren Höhepunkten zählt die Zieleinfahrt der Creme 21 Rallye. Wegen der Corona-Pandemie stand die Veranstaltung lange auf wackligen Füßen. Weitere Informationen zum Programm gibt es hier.

„Die Avus verfügt über ein enormes kulturelles Erbe, das weit über die Rolle als Motorsport-Mekka hinausgeht“, so Oldtimer- und Avus-Experte Ulf Schulz laut einer Mitteilung des ADAC. „Sie ist ein echtes Berliner Wahrzeichen.“ Schon 1909 habe es erste Überlegungen zum Bau der Piste gegeben. Und auch lange nach dem letzten Rennen 1998 gelte die Avus noch immer als eine der bekanntesten Rennstrecken der Welt. „Das darf nicht in Vergessenheit geraten.“ Viele Schicksale – einige davon glücklich, manche tragisch – seien untrennbar mit der Geschichte der Berliner Teilzeit-Rennstrecke verbunden, so Schulz.

CDU: Avus hat Fortschritt gebracht

Glückwünsche kommen auch von der CDU Berlin. „Die Avus gehört nicht nur zu unserer Berliner Identität, sondern hat auch Fortschritt gebracht“, teilt die Partei auf Twitter mit. „Wir sagen alles Gute zum Geburtstag!“

Als erste ausschließliche Autostraße der Welt wurde die Avus im Jahr 1921 eröffnet. Zum Auftakt wurden am 24. und 25. September 1921 in verschiedenen Klassen Autorennen ausgetragen. Wenige Jahre später kam der Motorsport zum Erliegen und erst in den 30er-Jahren wieder in Fahrt.

Bis 1940 diente die 8,3 Kilometer lange und gebührenpflichtige Strecke allein als Renn- und Teststrecke. Durch die Freigabe für den öffentlichen Verkehr wurde die Avus auch zum Zubringer zum Berliner Ring. Als Teilstück der A 115 führt die Avus vom Funkturm rund neun Kilometer geradeaus durch den Grunewald bis nach Nikolassee

Anlässlich des Avus-Jubiläums steckte Eigentümer Hamid Djadda jüngst mehrere Millionen Euro in die Sanierung der einstigen Rennpisten-Tribüne.

Text: Nils Michaelis, Bild: IMAGO/Stefan Zeitz