Hoffnungsschimmer für die Weddinger Uferhallen

Uferhallen

Weddinger Künstlerareal wird als Sondergebiet ausgewiesen. Kündigungen soll es langfristig keine geben.

Seit 2018 arbeiten die Kunstschaffenden und kulturaffinen Gewerbetreibenden der Uferhallen an einem Konzept für die zukünftige Nutzung des Areals an der Uferstraße. Nun haben sie sich mit dem Senat, dem Grundstückseigentümer und der Stadt Berlin auf ein Vorgehen geeinigt. Das Land Berlin wird demnach auf dem Gelände der Uferhallen bauplanungsrechtlich ein Sondergebiet ausweisen, das kulturelle Nutzungen mit Ateliers und Ausstellungsflächen, Wohnen und Arbeiten miteinander vereinbart. Einen entsprechenden „Letter of lntent” (LOI), also eine Absichtserklärung, unterzeichneten das Land Berlin, die Senatsverwaltung für Kultur und Europa und das Landesdenkmalamt gemeinsam mit dem Eigentümer in enger Abstimmung mit dem Verein Uferhallen e.V. in dieser Woche.

Kündigungen ausgeschlossen

Für die Mieter ist die Absichtserklärung ein kleiner Hoffnungsschimmer: Ihre Verträge werden zunächst bis Ende 2023 verlängert. Die Atelierflächen im Bebauungsplanverfahren werden zudem bis 31. Dezember 2023 gemeinsam von Kunstschaffenden und dem Eigentümer festgelegt und geplant, um Kunst, Wohnen und Arbeit langfristig zu verzahnen. Außerdem sollen die Atelierflächen auf dem Areal ab dem Jahr 2024 langfristig an die ansässigen Künstler vermietet werden. Kündigungen wird es dann nicht geben. Doch bislang handelt es sich nur um ein Konzept, das nicht rechtlich bindend ist. Die Freude über den Verhandlungsfortschritt war deshalb auch nicht ungetrübt: „Wir sehen dieses Ziel als erreicht an, wenn am Ende eine tatsächliche Langfristigkeit, Bezahlbarkeit und Selbstverwaltung der ansässigen Mieterschaft den Prozess abschließt. In den nächsten Monaten hoffen wir durch die Ausarbeitung des geplanten Generalmietvertrags mit der Uferhallen AG diesem Ziel einen deutlichen Schritt näher zu kommen. Dieser ist Grundlage für eine langfristige Sicherung des Kulturstandorts inklusive seines eigenständigen Charakters“, sagte Peter Dobroschke vom Verein Uferhallen.

Interessenausgleich gefunden

Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) ergänzt: „Ich bin dankbar dafür, dass nunmehr ein Interessenausgleich zwischen allen Beteiligten gefunden wurde und ein Bebauungsplanverfahren für die weitere Konkretisierung verabredet ist.“ Die Uferhallen gehören seit Jahren zu den wichtigsten Kulturstandorten im Bezirk. Auf dem früheren BVG-Gelände befinden sich heute zahlreiche kulturelle und künstlerische Einrichtungen wie Ateliers, Werkstätten, Studios, Konzert-, Veranstaltungs- und Proberäume. Seit 2017 ist die UferHallen AG Eigentümer des Areals.

Datum: 16. September 2021, Text: kr, Bild: IMAGO/Joko