Gewalt und Ausbeutung in Adlershof

Das Restaurant Ratskeller an der Dörpfeldstraße war Ort für NS-Zwangsarbeit.
Neuer Audiorundgang zur NS-Zwangsarbeit im Berliner Stadtteil Adlershof wird am 19. September 2021 eingeweiht. 
Adlershof war in der NS-Zeit ein wichtiger Industriestandort. Von den schätzungsweise 3.000 Berliner Lagern und Sammelunterkünften für Zwangsarbeiter befanden sich mindestens 16 Lager in Adlershof. Große und namhafte Unternehmen wie die AEG, Mannesmann oder die Deutsche Reichsbahn beschäftigten Zwangsarbeiter und profitierten damit in hohem Maß von der Gewalt und Ausbeutung.
 

Gedenktafeln zur NS-Zwangsarbeit

 
Am 19. September um 16 Uhr wird das Projekt „Audiorundgang zu NS-Zwangsarbeit in Adlershof“ vorgestellt und eingeweiht. Es handelt sich um ein Kooperationsprojekt der Museen Treptow-Köpenick mit dem Dokumentationszentrum NS-Zwangsarbeit, dass in diesem Jahr übrigens sein 15. Jubiläum feiert. Der Audiorundgang besteht aus neun Gedenktafeln und insgesamt 14 Audio-Stationen zu historischen Orten der Zwangsarbeit in Adlershof. Er gibt aber auch Informationen zu den stadträumlichen Zusammenhängen des ehemaligen Industriestandorts Adlershof. Alle neun Informationstafeln sind mit Texten in Deutsch und Englisch sowie Hinweisen in Braille (Blindenschrift) ausgestattet. Auch die über einen QR-Code abrufbare Webseite bietet Hörangebote in beiden Sprachen an.
 

Saallager an der Dörpfeldstraße

 
Die Veranstaltung findet im Restaurant P TWO an der Dörpfeldstraße 58 statt. Der Festsaal des Restaurants war während des Zweiten Weltkriegs selbst ein sogenanntes Saallager, in dem Zwangsarbeiter untergebracht waren. Er ist bis heute erhalten. „Als ehemaliger Industriestandort bietet Adlershof ein repräsentatives Bild der NS-Zwangsarbeit in Berlin. Der Rundgang zeigt die Nähe von Industrie, Wohnen und Freizeit in Bezug auf die Zwangsarbeit. Es wird deutlich, dass die Menschen, die Zwangsarbeit leisten mussten, im Stadtraum sichtbar gewesen sein müssen“, sagt Kulturstadträtin Cornelia Flader. Die Teilnahme an der Veranstaltung und den Führungen ist begrenzt. Um schnellstmögliche Anmeldung wird deshalb gebeten.
 
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Datum: 11. September 2021, Text: Sara Klinke, Bild: Bauaktenarchiv, BA Treptow-Köpenick, BWA Treptow 3894