Tag des offenen Denkmals: Mit allen Sinnen erleben

Am Tag des offenen Denkmals 2021 erklingt die Amalien-Orgel.
Am Tag des offenen Denkmals 2021 erklingt die Amalien-Orgel.

Am Tag des Offenen Denkmals am 11. und 12. September 2021 erklingen in Berlin vermehrt Orgeltöne. Viele Führungen laden zu Entdeckungstouren ein. 

Denkmäler verbinden große Zeiträume, sie speichern Wissen, Kultur und Leben. Kurzum: Sie sind einfach faszinierend und müssen gewürdigt werden. Am 11. und 12. September findet stadtweit wieder der Tag des offenen Denkmals statt. Unter dem Motto „Sinnlich & sinnvoll“ stehen mehr als 300 Denkmäler in Berlin bereit, die entdeckt werden möchten. Neulinge aus dem Programm möchten wir Ihnen, liebe Leser, in unserer neuen Serie „Denkmäler entdecken“ in den kommenden Ausgaben genauer porträtieren. Wir wünschen Ihnen viel Spaß dabei, Ihr Berlin wieder einmal von einer ganz besonderen Seite kennenzulernen. 
 
Denkmäler endlich wieder mit allen Sinnen erleben – das ist in diesem Jahr wieder möglich, nachdem der Tag des offenen Denkmals im vergangenen Jahr coronabedingt nur virtuell stattfinden konnte. Neu im Programm sind in diesem Jahr unter anderem eine ehemalige Geschützgießerei in Spandau oder Fahrradtouren zu bekannten Industriedenkmälern. 
 

Hubertusbad lädt ein

 
Erstmals seit langer Zeit öffnet das prächtige Hubertusbad in Lichtenberg aus den 1920er-Jahren nach aufwendiger Teilsanierung am Tag des offenen Denkmals seine Türen.  30 Jahre lang war das Schwimmbad geschlossen. „Wir freuen uns, Ihnen das historische Foyer und den neugestalteten ehemaligen Frauenschwimmbereich am Tag des offenen Denkmals vorzustellen sowie Ihre Fragen zu dem Konzept für einen der schönsten expressionistischen Bauten Berlins zu beantworten“, heißt es seitens der projektverantwortlichen BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH. Das Bad hat am Sonntag zwischen 10 und 16 Uhr geöffnet und lädt zu kostenlosen Führungen und einer Ausstellung  über die Geschichte des Stadtbades ein. 
 

Ganz alte Brauerei

 
Wer sich für das unterirdische Berlin interessiert, wird in den weiträumigen Kellern des ehemaligen Böhmischen Brauhauses in Friedrichshain fündig. Gebraut wird hier zwar schon lange nicht mehr. Dafür zeigen die 3.000 Quadratmeter großen historischen Brauereigewölbe der Mälzerei, errichtet 1899 von Arthur Rohmer, ein spannendes und beeindruckendes Setting, das erstmalig zum Tag des offenen Denkmals öffentlich zu besichtigen ist. Führungen durch die denkmalgeschützten Räume werden am 11. und 12. September stündlich um 12, 13, 14 und 15 Uhr angeboten. Am Eingang an der Friedensstraße 92 unterhalb des Treppenaufgangs werden Besucher von Arne Krasting, dem Autor des Buchs „Fassadengeflüster“, erwartet.
 
Um Anmeldung wird gebeten. In der Zeit von 12 bis 16 Uhr können die Keller auch ohne Führung betreten werden. Festes Schuhwerk und warme Kleidung sind für die etwa 16 Grad kühlen Räume unbedingt erforderlich.  
 event@pandion.de
 

Sinnliches Hören

 
Einer unserer fünf Sinne wird beim Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr besonders angesprochen: das Gehör. Denn der Landesmusikrat hat den Tag der Orgel in Berlin bewusst auf den Tag des offenen Denkmals gelegt. Von der berühmten Amalien-Orgel der Hohenzollern (1755, heute in Karlshorst, einzige Orgel aus dem 18. Jahrhundert, die in Berlin erhalten ist) über die Kinoorgel im „Babylon“ und Drehorgeln bis zu James-Bond-Musik reicht das Angebot. Auch das MusikinstrumentenMuseum ist dabei, unter anderem mit der Mighty Wurlitzer-Theaterorgel.  Die Veranstaltungen sind meist kostenfrei, für Führungen wird um Anmeldung gebeten. Hier findet sich das ganze Programm.
 
Datum: 10. September 2021, Text: Sara Klinke, Bild: Gerhard Westrich