Digedagsplatz in Karlshorst eingeweiht

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Am 8. September erhielt der bisher namenlose Platz an der Gabelung von Waldow- und Köpenicker Allee im Lichtenberger Ortsteil Karlshorst den Namen „Digedagplatz“.

Die Benennung geschah auf Initiative einiger Karlshorster Nachbarn, die einen Antrag über den Bürgerhaushalt zur Namensgebung des unbebauten, begrünten Platzes im südöstlichen Karlshorst gestellt hatten. Kurz zuvor war eine Gedenktafel am nahegelegenen ehemaligen Wohn- und Atelierhaus von Hannes Hegen, dem Schöpfer der Comicfiguren Dig, Dag und Digedag, in der Waldowallee 15, eingeweiht worden.

Comics aus Karlshorst

Der Grafiker Hannes Hegen (mit bürgerlichem Namen Johannes Hegenbarth, 1925-2014) wurde in Wien und Leipzig ausgebildet. Ein Kollektiv aus 15 Zeichnern und Autoren, darunter seine Ehefrau Edith Szafranski, unterstützten ihn dabei. Die Comic-Zeitschrift „Mosaik“ erschien monatlich in einer Auflage von bis zu 660.000 Exemplaren und war damit eine der auflagenstärksten Zeitschriften der DDR. Die stets ausverkauften Hefte nahmen eine Ausnahmeausstellung ein: ohne die für DDR-Publikationen üblichen politischen Bezüge führten die Digedags ihre Fangemeinde von der Antike bis in die Zukunft durch spannende Abenteuer. In spielerischer Weise verbanden sie Geschichte, Unterhaltung und Bildung. Differenzen zwischen dem herausgebenden Verlag Junge Welt und Hannes Hegen über die zukünftige Ausrichtung des Heftes führten 1975 zum Ende der schon seit 1957 spannungsreichen und schwierigen Zusammenarbeit. Hannes Hegen lebte und arbeitete viele Jahrzehnte in Karlshorst. Hier entstanden.

Gestaltungsvorschläge erwünscht

„Das vom Grafiker Johannes Hegebarth erdachte Dreiergespann Dig, Dag und Digedag hat mehrere Generationen begleitet. Er und sein Team machten die Zeitschrift „Mosaik“ zur populärsten Kinder- und Jugendzeitschrift der DDR. Als Antwort auf westdeutsche und amerikanische Comics griffen die Bildgeschichten, wie sie von Hannes Hegen genannt wurden, grafische Traditionen wie die „Neuruppiner Bilderbögen“ auf und gaben ihnen eine moderne Form“, erklärte Lichtenbergs Bezirksbürgermeister Michael Grunst (Die Linke) die Geschichte des Zeichners und seinen Figuren anlässlich der Platzwidmung. In den kommenden Wochen sind Bürger Karlshorsts dazu aufgerufen Vorschläge zur Gestaltung des Platzes zu machen. 

Die Mitarbeiter im Büro des Bezirksbürgermeisters nehmen die Vorschläge gerne entgegen:

Möllendorffstraße 6, 10367 Berlin
Telefon: 030 90296-3000, Telefax: 030 90296-3309
E-Mail:Michael.Grunst@lichtenberg.berlin.de

Datum: 7. September 2019, Text: red, Bilder-Collage: BA LIchtenberg / imago / Bernd Friedel