So soll Unter den Linden umgestaltet werden

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Unter den Linden soll zu einem grünen Boulevard für Fußgänger, Radfahrende und den öffentlichen Nahverkehr werden. Eine breitere Mittelinsel, mehr Bäume und viel Platz zum Flanieren sind Teil der mittelfristigen Planung.

Nach der Friedrichstraße steht jetzt der nächste Boulevard in Mitte auf der Liste der Stadtplaner. Unter den Linden soll zu einem „attraktiven Hauptstadtboulevard aufgewertet werden“, so der Plan des Senats. Dadurch soll die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Zudem soll es mehr Platz für den Öffentlichen Nahverkehr sowie für den Rad- und Fußverkehr geben. Zudem soll das Grün am Boulevard gestärkt werden, erklärte Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) bei einer Presseveranstaltung zur kommenden Umgestaltung.

Die erste Phase, eine Art Zwischenetappe auf dem Ziel zum grünen Boulevard, wird am 8. Oktober eingeleitet „Unsere Ambition ist es aber, noch weiterzugehen“, sagt Günther. Zunächst soll vor allem Radfahrern und dem ÖPNV mehr Platz eingeräumt werden: Vorgesehen sind ein Kfz-Streifen, eine Busspur sowie erstmals ein Radstreifen (jeweils mit einer Breite von 3,25 Metern) und eine Ladezone auf 2,50 Metern. Die mittelfristige Gestaltung der Straße sei hingegen noch offen, erklärt Lutz Adam, Leiter der Tiefbauabteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt. Sie soll nun mithilfe der Berliner geplant werden.

Zehn Meter für Gehwege

Ideen, wie der künftige Boulevard Unter den Linden aussehen könnte, hat der Senat aber bereits. Möglich wäre zum Beispiel eine Verbreiterung der Gehwege auf rund zehn Meter und des Mittelstreifens auf bis zu 20 Meter. 3,50 Meter stünden dann jeweils für Busse und Radfahrer zur Verfügung. Auch das Anlegen mehrerer Baumreihen, Linden oder Nussbäume, als Schattenspender und als Beitrag zum Klimaschutz seien denkbar. Nussbäume gab es übrigens schon früher am Boulevard. Schon Kurfürst Friedrich Wilhelm ließ 1647 bis zu 1.000 Nussbäume aufkaufen und an dieser Stelle einpflanzen. „Hier gibt es jedoch Konfliktpotenzial mit dem Denkmalschutz“, so Adam. Die Vorschläge seien ohnehin zunächst einmal Diskussionsgrundlage, die nun gemeinsam mit den Berlinern und dem Denkmalamt weiterentwickelt werden sollen. „Die Umsetzung wird dauern“, kündigt der Senat an, fünf bis sechs Jahre könnten noch vergehen, bis gebaut wird.  Die aktuelle „kleine“ Umgestaltung soll aber schon ein Schritt in die richtige Richtung sein. Wer sich an der Zukunft von Unter den Linden beteiligen möchte, hat dazu ab sofort auf der Beteiligungsplattform mein.berlin Gelegenheit.

Datum: 6. September, Text: Katja Reichgardt, Visualisierung: Eve Images GmbH