Hellersdorf: Dem Boulevard droht die Bauruine

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Hochhausbau auf dem Kastanienboulevard pausiert und könnte Ziel für Vandalismus bieten.

Jahrelang haben die Anwohner des Kastanienboulevards für den Abriss der Kaufhallen-Ruine auf dem Boulevard gekämpft. Die Ruine stand symbolisch für die negativen städtebaulichen und sozialen Entwicklungen im Kiez. Einen neuen Trend wollte der Senat gemeinsam mit dem Quartiersmanagement initiieren. Neue Fördermittel für den Stadtumbau und der geplante Neubau von 149 städtischen Wohnungen war dafür eine wichtige Maßnahme. Viele Nachbarn hatten jetzt erwartet, dass der neue Mittelpunkt des Boulevards bald eröffnet werden kann. Mittlerweile wurde jedoch ist bekannt, dass es erhebliche Verzögerungen bei der Umsetzung geben wird.

Termin für die Fertigstellung kann niemand nennen

Ein Bericht des Sachverständigenbüro bestätigte nun, dass eine Fertigstellung vor Ende des Jahres nicht möglich sein wird. Insbesondere die Fertigstellung des zentral gesetzten Hochhauses sei nicht umsetzbar. Die Gesobau habe bisher vergeblich versucht den Projektentwickler, die Haberent GmbH zur Umsetzung anzumahnen.

Insolvenz der Baufirma hat schwerwiegende Konsequenzen 

„Am Kastanien Boulevard haben zahlreiche Handwerksfirmen ihre Arbeiten eingestellt. Viele warten seit Monaten auf die Bezahlung von Leistungen. Die offenen Ausstände sollen sich bereits auf gut drei Millionen Euro belaufen. Die ersten Firmen haben bereits Strafanzeige eingereicht“, so der Fraktionsvorsitzende der CDU im Marzahn-Hellersdorfer Bezirksparlament, Alexander J. Herrmann. Seine Kritik: „Die Verantwortlichen haben sich zu wenig mit den wirtschaftlichen Hintergrund der Haberent beschäftigt. Diese Situation hätte vermieden werden können.“ Andere Haberent-Projekte für geplante Hochhäuser in Leipzig und Düsseldorf hat man bereits aus ähnlichen Gründen nie fertiggestellt.

Jetzt drohen Vandalismusschäden

Im Ergebnis dürften die nun anstehenden rechtlichen Auseinandersetzungen auch zu weiteren Projektverzögerungen führen. Kristian Ronneburg, Vertreter der Linken im Berliner Abgeordnetenhaus, der eine Presseinformation zu diesem Thema in der vergangenen Woche versandte, warnt nun vor den weiterführenden Folgen dieser Verzögerungen. „Niemand kann zur Zeir einschätzen, wann das Gebäude fertiggestellt werden kann“, lautet Ronneburgs Einschätzung. Jetzt müsse man mit dem Bezirksamt alle Möglichkeiten prüfen, um verhindern können, dass es vor Ort zu Vandalismus und Gefahren kommt.

Datum: 1. September 2021, Text: red/ ylla, Bild: privat