Globe Berlin zwischen Shakespeare und Schiller

Globe Berlin
Szene aus dem Schillerdrama "Maria Stuart"

Das Globe Berlin präsentiert noch bis zum  18. September Shakespeare, Schiller und Hermann Hesse. Das Berliner Abendblatt verlost Tickets.

Unter dem Motto „Zorn und Zuflucht“ ist das Charlottenburger Globe Berlin in seiner dritten Saison der Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen in einem einzigartigen Ambiente unter freiem Himmel. Noch bis 18. September gibt es auf der Bühne in der Sömmeringstraße Theater vom Feinsten, Weltmusik und Wortkunst. Eine Kombination aus beidem bieten der Jazz-Trompeter Christian Meyers und der Schauspieler und Hörbuchinterpret Sascha Rotermund. Sie sind am 30. August, um 19.30 Uhr, mit der szenisch-musikalischen Lesung aus Hermann Hesses „Der Steppenwolf“ zu erleben.

Visionärer Zauberer

Wer noch einmal Shakespearschen Humor genießen möchte: Am 4. und 5. September bringt das Globe ein letztes Mal in dieser Saison „Der Sturm“ die Komödie vom visionären Zauberer Prospero, dem rechtmäßigen, aber auf eine Insel vertriebenen Herzog von Mailand, auf die Bühne. Sie thematisiert den Wandel durch Globalisierung, den Widerstreit von Unterdrückung und gerechter Herrschaft. Sie zeigt, wie durch Naturgewalt plötzlich alles wieder auf Anfang gesetzt wird, Platz schafft für Visionen wie Desillusionen.

Ständige Bedrohung

Noch viermal ist Schillers zeitloser Klassiker „Maria Stuart“ im September auf der zentralen Rundbühne zu erleben. Für die Vorstellung am 9. September verlosen wir 3 x 2 Tickets. Erzählt wird von der schottischen Königin Maria Stuart. Seit 19 Jahren in England gefangen, ist sie sogar noch im Kerker eine ständige Bedrohung für die englische Königin Elisabeth. Das britische Volk fordert Marias Kopf, um nach Jahrzehnten voller religiöser und politischer Spannungen endlich Ruhe zu haben. Elisabeth ist zerrissen – eine Königin hinrichten zu lassen wirkt wie ein Menetekel für sie selbst, kann doch der Wind der Volksgunst jederzeit drehen.

Hohe Emotionalität

Religiöser Wahn und politisches Kalkül liegen in „Maria Stuart“ nicht nur nah beieinander, sondern sind auch mit erotischem und persönlichem Konflikt untrennbar verbunden. Der Kampf zwischen Politik und Moral spitzt sich in einem persönlichen Konflikt der zwei Königinnen zu. Keine ihrer Handlungen darf nur persönlich sein, kein Schritt, kein Brief, keine Bewegung bleibt ungesehen. Das Private ist politisch. Hohe Emotionalität und tiefe Einsamkeit sind die Triebfedern der Figuren in dieser konzentrierten Fassung des Schillerschen Königinnendrama. Was für Menschen wollen wir sein? Antwort gibt’s im Globe Berlin.

Datum: 26. August 2021,Text: Manfred Wolf, Bild: Thorsten Wulff.