Pankower Tor bekommt einen großen Park und 2.100 Wohnungen

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Der Siegerentwurf für das „Pankower Tor“ überzeugte mit viel Grün und Platz für Radfahrer.

Eines der größten – und meist diskutierten – Bauvorhaben der Stadt nimmt immer mehr Form an. Seit einigen Tagen steht nun fest: Aus der Brachfläche am Pankower Tor soll in den kommenden Jahren ein neues Stadtquartier mit 2.000 Wohnungen, drei neuen Plätzen, drei Parks und „menschenfreundlich gestalteten Gebäuden und Straßen“ werden, wie es im nun gekürten Siegerentwurf heißt. Das urbane Herzstück soll der Stadtplatz am Bahnhof sein, der als zentraler Treffpunkt zwei bisher getrennte Teile Pankows verbindet. Bei der Überarbeitung des Entwurfs habe vor allem der Wunsch der Bürger nach mehr Grünflächen eine Rolle gespielt, jetzt reicht die „Pankower Promenade“, eine Durchwegung im geplanten Stadtquartier, vom U- und S-Bahnhof Pankow bis hin zur Prenzlauer Promenade im Osten. 

Panke-Trail quer durchs Quartier

Von der Überarbeitung des Entwurfs, der von einem Team der Büros um Nöfer und CKSA stammt, profitieren aber nicht nur Fußgänger. Radfahrende können das Viertel auf dem Panke-Trail entspannt durchfahren. „Der Entwurf hat im Laufe des Workshopverfahrens durch die Hinweise der Jury und das Bürger-Feedback eine besondere Metamorphose durchlaufen“, erklärt die Juryvorsitzende Christa Reicher. Am Ende überzeugte er durch ein besonders robustes, städtebauliches Gerüst von dem sich die Jury einig war, dass er die größten Umsetzungschancen hat. Kritik gibt es hingegen von Naturschützern. So hat der Naturschutzbund Berlin (NABU) zuletzt am Verwaltungsgericht Klage gegen den Feststellungsbescheid eingereicht. Grund ist Berlins letzte Population der Kreuzkröte, die auf dem Areal lebt, eine besonders geschützte Art. Die Planungen zur Bebauung seien „skandalös“, so der NABU

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Der Entwurf um das Team von Tchoban Voss Architekten konnte trotz Fokus aufs Grün nicht überzeugen.

Wer einen Blick auf sämtliche Einreichungen und den Siegerentwurf werfen möchte, hat dazu online Gelegenheit. Insgesamt sechs Planerteams haben im Rahmen des Workshopverfahrens Konzepte für ein lebenswertes, urbanes Stadtquartier auf dem ehemaligen Rangierbahnhof in Pankow ausgearbeitet. Im Februar lagen die ersten Zwischenentwürfe zur Kommentierung und Einsicht der Öffentlichkeit vor. Das Bürger-Feedback, welches im Rahmen eines digitalen Bürgerforums sowie einem Online-Feedback gesammelt worden ist, wurde den Planerteams in der Form eines Berichts bereitgestellt, die Entwürfe im Anschluss noch einmal überarbeitet.

Datum: 17. August 2021, Text: kr, Bild: Nöfer und CKSA, Christoph Kohl Stadtplaner Architekten