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Samstag, 23. Oktober 2021
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Streit um Clan-Villa: Die Remmos sollen nun raus

Remmo Villa
Berlin den 21.11.2019 Einfamilienhaus der Familie Remmo, Alt Buckow 37. Hinter dem Haus soll Familie Remmo ein weiteres Gebaeude ohne Genehmigung errichtet haben. Bild-Motiv: Haupthaus *** Berlin den 21 11 2019 Detached house of the Remmo family, Alt Buckow 37 Behind the house, the Remmo family is said to have erected another building without permission Picture motif Main house

Die Familie Remmo muss aus der zuvor enteigneten, ehemaligen Familien-Villa in Alt-Buckow ausziehen. Der Bezirk Neukölln hat dem Clan fristlos gekündigt.

Eigentlich müssten die restlichen Bewohner der Villa in Alt-Buckow, Mitglieder der arabischstämmigen Clanfamilie Remmo, binnen weniger Tage ausziehen. Das Bezirksamt Neukölln hat ihnen fristlos gekündigt. Das Bezirksamt hat der Familie laut „Tagesspiegel“ jedoch einen Aufschub bis Oktober gewährt, damit sie bis dahin eine andere Unterkunft suchen kann. 

Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) habe entschieden, den Mietern zu kündigen. Grund seien „schwerwiegende Verstöße gegen das Vertrags- und Vertrauensverhältnis gegenüber dem Bezirksamt im Zusammenhang mit der Mietsache“. Das Anwesen sorgt seit Jahren für Streitigkeiten. 77 Immobilien der Großfamilie, unter anderem die Villa, wurden konfisziert. Die Familie konnte nämlich nicht nachweisen, woher das Geld für den Kauf der Immobilien stammte. Der Vorwurf: Sie wurden mit Beutevermögen erworben, es bestand ein Geldwäsche-Verdacht. 

Gefälschter Mietvertrag als Vertrauensbruch? 

Der Staat ist somit seit 2020 Eigentümer des Anwesens und der Bezirk ist Vermieter. Vorher gehörte es einem Sohn der Großfamilie, der es seiner Mutter vermietet hatte. Um diesen Mietvertrag geht es bei Hikels Entscheidung. Hikel wirft den Remmos vor, den Mietvertrag gefälscht zu haben, um weiterhin dort wohnen und das danebenliegende Gartengrundstück nutzen zu können. 

Hintergrund ist laut „Tagesspiegel“, dass das Areal neben der Villa regelmäßig von den Remmos genutzt wird, obwohl es rechtlich gesehen ein eigenes Grundstück ist. Erst im Juli hatten Arbeiter deshalb unter Polizeischutz einen Zaun zwischen den beiden Grundstücken verlegt. Die Remmos haben rechtliche Schritte gegen diese Maßnahme erhoben und ebenjenen Mietvertrag vorgelegt. Anders als den Behörden bisher bekannt, beinhaltet dieser auch das Gartengrundstück. Das Bezirksamt geht deshalb davon aus, dass der Vertrag gefälscht sein könnte und sah dies als erneuten „Vertrauensmissbrauch“. Dies war auch die aufgeführte Begründung im Kündigungsschreiben. 

Rechtliche Schritte gegen den Beschluss

Ein Familienmitglied kündigte in den Sozialen Medien an, juristisch gegen den Beschluss vorgehen zu wollen. Es sei laut Bezirksamt nicht zu erwarten, dass der Clan die Villa zeitnah räumt. Die Miete zahle derzeit das Jobcenter, weil den Bewohnern offenbar Sozialleistungen zustehen.

Datum: 13. August 2021, Text: red/ast, Bild: IMAGO/Olaf Wagner