Siemensstadt: Berlin und Siemens legen sich fest

Siemensstadt Berlin
Siemensstadt 2.0

Das neue Quartier in der Berliner Siemensstadt soll innovativ, nachhaltig sowie ein Ort zum Leben und Arbeiten werden. Das war lange bekannt. Mit dem städtebaulichen Rahmenvertrag ist es nun offiziell.

Vertreter des Berliner Senats und des Siemens-Konzerns haben am Donnerstag den städtebaulichen Rahmenvertrag für die Realisierung des Quartiers Siemensstadt² unterzeichnet. Hierin legen das Land Berlin und Siemens die geplanten Flächen und deren Nutzung fest.

Unter anderem wurde die Mischnutzung aus Industrie, Gewerbe, Forschung und Lehre sowie Wohnen, Beherbergung und sozialer Infrastruktur vereinbart. Zudem sollen rund 2.700 Wohnungen nach dem  Berliner Modell der kooperativen Baulandentwicklung realisiert werden. Die Gesamtentwicklung umfasst eine Geschossfläche von rund einer Million Quadratmetern.

Siemensstadt² in Berlin soll CO2-neutral sein

Konkret vorgesehen sind für das Vorhaben im Osten von Spandau eine vierzügige Grundschule, zwei Kitas sowie weitere Einrichtungen der sozialen und kulturellen Infrastruktur. Laut einer Mitteilung der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen setzt sich Siemens hohe Klima- und Nachhaltigkeitsziele. Unter anderem ist ein CO2-neutraler Betrieb des neuen Quartiers an dem traditionsreichen Industriestandort vorgesehen.

Die Erdgeschosszonen der Neubauten erhalten eine öffentlich zugängliche Nutzung mit Einzelhandel, Gastronomie, Kultur und sozialer Infrastruktur. Um das zu erwartende Verkehrsaufkommen im Kiez zu bewältigen wurde die Entwicklung eines nachhaltigen und innovativen Mobilitätkonzepts innerhalb der Siemensstadt² vereinbart. Hinzu kommen „innovative Anbindungskonzepte im Berliner Nordwesten“ und eine Anbindung an das Radfernwegenetz. Demnach strebt Berlin die Wiederinbetriebnahme der stillgelegten S-Bahn-Verbindung zum Bahnhof Jungfernheide („Siemensbahn“) bis zum Jahr 2029 an. Zu den künftigen Wohn- und Gewerbestandorten am ehemaligen Flughafen sollen autonom fahrende Busse verkehren, ließ Wirtschaftssenatorin Ramona Pop (Grüne) verlauten. Ebenfalls festgelegt wurde die unentgeltliche Übertragung von Flächen an das Land Berlin für die zukünftig öffentlichen Straßen, Plätze und Freiflächen.

Michael Müller träumt von einem Leuchtturm

Der Rahmenvertrag wurde im Roten Rathaus unterzeichnet. Bild: Siemens AG

„2018 hat Siemens sich für eine bedeutende Investition in Berlin entschieden“, erklärte Michael Müller (SPD), Regierender Bürgermeister von Berlin. „Wir haben seitdem gemeinsam mit Siemens daran gearbeitet, in Berlin die Chancen kreativer, innovativer Konzepte für Wirtschaft und Wissenschaft mit sozialer Verantwortung auszuloten und zu konkretisieren. Der Rahmenvertrag ist Ausdruck des gemeinsamen Willens, Siemensstadt² zu einem Leuchtturm zu machen.“

Auch Vertreter von Siemens skizzierten ehrgeizige Ziele für das Projekt in Berlin. „Die Siemensstadt² wird ein Kiez der Zukunft“, so Vorstandsmitglied Cedrik Neike. „Wir werden Produktion, Forschung, Ausbildung sowie Wohnen und Leben in einem Quartier zusammenbringen und miteinander verbinden. So schaffen wir ein innovatives Ökosystem, von dem alle profitieren werden. Wir haben das klare Ziel, einen nachhaltigen, fortschrittlichen und sozial gerechten Stadtteil zu schaffen.“

„Mit einem Investitionsvolumen von 600 Millionen Euro und einer Entwicklungsfläche von rund 76 Hektar ist Siemensstadt² das größte Stadtentwicklungsprojekt von Siemens weltweit“, erläuterte Zsolt Sluitner von Siemens Real Estate. „Mit der Vertragsunterzeichnung erreichen wir einen weiteren wichtigen Meilenstein auf unserem Weg zu einem wirklichen Zukunftsort.“

Abgeordneter: Angrenzende Kieze profitieren

Der SPD-Wahlkreisangeordnete Daniel Buchholz sieht in dem Vertrag ein Vorbild für „nachhaltige Stadtentwicklung“: „Es wird endlich verbindlich bei der Siemensstadt in Berlin. Ein neues Quartier mit einer lebendigen Mischung und hohen Klimastandards entsteht. Dabei wird niemand ausgeschlossen, denn durch die Öffnung des Areals und neue soziale Angebote gibt es einen Mehrwert auch für die bisherigen Bewohner der angrenzenden Kieze Siemensstadt und Haselhorst.“

Der Baustart ist für das Jahr 2023 geplant. Die Kosten werden auf rund 600 Millionen Euro geschätzt. 

Datum: 7. August 2021, Text: red/nm, Visualisierung: O&O Baukunst