Die Blume des Jahres ist in Gefahr

Die Blume des Jahres 2021 ist der Große Wiesenknopf.

Der Große Wiesenknopf wurde von der Loki-Schmidt-Stiftung zur Blume des Jahres 2021 gekürt.

Die Liebe zur Natur, wie sie von Loki Schmidt vorgelebt wurde, prägt die Arbeit der in Hamburg ansässigen Loki Schmidt Stiftung. Sie initiiert die jährliche Wahl der Blume des Jahres. In diesem Jahr wurde der Große Wiesenknopf gekürt. Dessen Vorkommen sind besorgniserregend zurückgegangen, weshalb er auf der Vorwarnliste der Roten Liste in Deutschland steht.

Die Halme wiegen sich im Wind. Blütenreich und duftend liegt die Wiese vor uns. Über ihr schweben bunte Falter, der vielstimmige Chor der Heuschrecken erfüllt die Luft. Bei jedem Schritt springen und flattern Insekten davon. Bald wird die Wiese gemäht. Das getrocknete Heu dient später dem Vieh als Futter.

Geringe Erträge

Schonend genutztes Grünland kann man heutzutage nur noch selten finden. Dabei zählt es zu den artenreichsten Lebensräumen unserer Kulturlandschaft. Sein Blüten- und Strukturreichtum bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten eine wichtige Lebensgrundlage. Darunter zum Beispiel dem Kiebitz und anderen Wiesenvögeln, seltenen Schmetterlingsarten und Pflanzen wie Schlangen-Knöterich, Kohl-Kratzdistel oder dem Großen Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis). Als Teil der traditionellen Kulturlandschaft sind Wiesen und Weiden zwar weitgehend menschengemacht, haben sich aber über Jahrtausende zu einem festen, artenreichen und schützenswerten Teil Mitteleuropas entwickelt.

Blume des Jahres wächst hoch

Der Große Wiesenknopf ist ein Tiefwurzler und gehört in der Familie der Rosengewächse (Rosaceae) zur Gattung Wiesenknopf (Sanguisorba). Es gibt schätzungsweise 20 bis 50 Arten innerhalb dieser Gattung. Als ausdauernde, krautige Pflanze erreicht die Blume des Jahres eine stattliche Wuchshöhe von 50 bis 120 Zentimeter. In Einzelfällen sind es sogar bis 180 Zentimeter. Seine Stängel sind rund oder manchmal auch gerillt. Die Blume des Jahres 2021 blüht in der Regel zwischen Mitte Juni und Mitte September und fällt durch seine dunkelroten, kopfigen Blütenstände auf. Pro Blütenstand wachsen 20 bis 40 Einzelblüten, die zwittrig sind und stets von der Spitze zur Basis hin aufblühen. Die Bestäubung erfolgt schließlich durch verschiedene Insekten wie Fliegen- und Bienenarten. Bleibt der Insektenbesuch mal aus, ist die Art in der Lage, sich durchaus auch selbst zu bestäuben.

Viele Weinberge

In Deutschland ist die Blume des Jahres vor allem im Süden weit verbreitet. Einige wenige Bestandslücken treten im deutschen Moseltal, geprägt von vielen Weinbergen an teils sehr steilen Hängen, im Bereich der oberen Donau, südwestlich von Ulm und zwischen Neckar und Main südwestlich von Würzburg auf. In Norddeutschland ist die Art hingegen nur spärlich verbreitet. Anhäufungen sind in der nordwestdeutschen Tiefebene entlang der Flüsse Elbe und Weser zu beobachten. Dort wächst die Art vor allem auf frischem Grünland in den Flussauen und Marschen.

Frische Wurzeln

Als Heilmittel wurde der Große Wiesenknopf bereits in der Antike und im Mittelalter vielseitig eingesetzt. Besonders im Vordergrund stand damals schon seine blutstillende Wirkung. Noch heute wird der Große Wiesenknopf als Tee, homöopathisches Mittel oder als Frischkraut zur Wundheilung, als Blutstiller sowie zur Behandlung von Schleimhautentzündungen im Mund- und Rachenraum verwendet. Hierfür kommen vor allem seine frischen Wurzel- und Rhizomteile sowie seine Blätter zum Einsatz.

Datum: 7. August 2021, Text: red, Bild: Julian Denstor