Olympische Spiele: Die Berliner Sportstars

Olympische Spiele: Tim Hecker aus Berlin und Sebastian Brendel aus Potsdam wollen Gold.
CANOE - ICF Canoe Sprint World Cup SZEGED,HUNGARY,16.MAY.21 - CANOE - ICF Canoe Sprint World Cup, C2, men, 1000m. Image shows the rejoicing of Sebastian Brendel and Tim Hecker GER. PUBLICATIONxNOTxINxAUTxSUIxSWE GEPAxpictures/xCsabaxDoemoetoer

Die Olympischen Spiele in Tokio finden mit 70 Athleten aus Berlin statt. 

Mit einem Jahr pandemiebedingter Verspätung geht es am Freitag los. Die Olympischen Spiele starten mit der Eröffnungszeremonie. Vom 24. Juli bis zum 8. August messen sich dann in der japanischen Hauptstadt Athleten aus aller Welt in 33 Sportarten, in 51 Disziplinen und 339 Wettkämpfen. Mehr als 430 Sportler haben sich für das Team Deutschland qualifiziert. Darunter 70 aus Berlin. Wie ist die Stimmung bei den Berliner Sportstars? Wer hat sich welche Ziele gesetzt und wer darf sogar auf eine Medaille hoffen? 

Auf dem Wasser

Die größten Medaillen-Hoffnungen sitzen ganz klar im Kanu. Der dreimalige Olympiasieger im Canadier etwa, Sebastian Brendel vom KC Potsdam, ist mit von der Partie. Und nimmt im Zweier-Canadier Tim Hecker vom SC Berlin-Grünau mit. Dessen Teamkollege Conrad Scheibner startet im Einer-Canadier. Sehr historisch allerdings: In den Frauen-Kajaks sitzen zum ersten Mal keine Athletinnen aus Berlin oder Brandenburg. Dafür ist Berlin im Rudersport gut vertreten: Olaf Roggensack vom Ruderclub Tegel wird im Ruder-Achter sitzen. Er und seine Crew wollen auf jeden Fall die bestmögliche Leistung zeigen. „Und wenn dabei noch eine Medaille herausspringt, sind wir umso glücklicher. Am besten natürlich die Goldmedaille“, sagt Roggensack vorfreudig. Diese wäre dann allerdings nicht aus dem wertvollen Edelmetall Gold, sondern aus Elektroschrott. In diesem Jahr bekommen die Sieger und Platzierten nämlich erstmals recycelte Medaillen um den Hals gehängt.

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Leonie Kullmann (SG Neukölln Berlin)

Erste Erfahrungen

Die Leichtathleten aus Berlin prägt eher das Außenseiter-Image. Auf ihre erste Olympiateilnahme freut sich dafür umso mehr Deborah Schöneborn von der LG Nord Berlin. Hauptgegner habe die 27-Jährige noch keine. „Tokio ist mein erster internationaler Marathon“, sagt sie und hofft auf eine Platzierung im vorderen Mittelfeld. „Ich vergleiche mich deshalb mit den anderen deutschen Teilnehmerinnen.“ Schöneborns Zwillingsschwester Rabea ist übrigens als Ersatzathletin mit dabei. Dass Olympia in Tokio gänzlich ohne Zuschauer stattfindet, findet Schöneborn schade, denn es seien auch die besonderen Begegnungen, die die Olympischen Spiele ausmachen. Und dennoch ist ihre Vorfreude ungetrübt: „Es ist eine Ehre, dabei sein zu dürfen. 2024 holen wir dann alles nach.“ Im Schwimmen über 400 Meter Freistil sowie in der 4×200-Mater-Freistil-Staffel startet die Dresdnerin Leonie Kullmann, die bei der SG Neukölln trainiert. Dort übrigens, wo auch Schwimmlegende Franzi van Almsick während ihrer Karriereblüte ihre Trainingsbahnen zog. Kullmann möchte gerne persönliche Bestzeit schwimmen und mit der Staffel ist das Finale ihr großes Ziel.

Neue Sportarten

Zum Programm der Olympischen Sommerspiele gehören ab sofort auch fünf neue Sportarten. Das sind: Baseball/Softball, Karate, Sportklettern, Surfen sowie Skateboarden. In letzterer Sportart freuen wir uns über Berliner Beteiligung. Lilly Stoephasius ist mit 14 Jahren die jüngste deutsche Teilnehmerin in Tokio. Die dreimalige Deutsche Meisterin, die das Skateboarden mit drei Jahren gelernt hat, startet in Japan in ihrer Lieblingsdisziplin „Park“.

Nur Zuhause

Für Olympia wurde in Tokio ein mehr als eine Milliarde teures Superstadion gebaut. Doch die 68.000 Sitzplätze werden leerbleiben. Die Wettkämpfe finden für Sportbegeisterte nur vor dem Fernseher statt. Der Sender Eurosport sicherte sich die Übertragungsrechte. ARD und ZDF dürfen über Sublizenzen auch senden.

Datum: 21.07.2021, Text: Sara Klinke, Bilder: IMAGO / GEPA pictures, Matthias Koch