Berlin-Westend: Demo für einen „Ort der Substanz“

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Eine Gedenkplakette erinnert nun an das Wirken von Marlene Poelzig an der Tannenbergallee. Initiative kämpft weiter für einen Erhalt der Poelzig-Villa.

Das markante Wohnhaus des Berliner Architekten Hans Poelzig, entworfen von dessen Frau Marlene, soll abgerissen werden. Trotz seiner architektonischen Bedeutung steht es nicht unter Denkmalschutz. Für den Erhalt des Wohnhauses der Familie Poelzig setzt sich nun eine Initiative ein, die am vergangenen Wochenende zu einer Demo aufgerufen hat. Rund 100 Personen folgten dem Aufruf und versammelten sich vor dem Grundstück an der Tannenbergallee 28 in Westend. „Marlene Poelzig hat mit dem außergewöhnlichen Atelier- und Wohnhaus ein kleines Meisterwerk der Moderne geplant und gebaut.

Die Initiative Haus Marlene Poelzig möchte das vom Abriss bedrohte Gebäude schützen und der Öffentlichkeit zugänglich machen, um hier in Zukunft – stellvertretend für viele zu wenig gewürdigte Lebensläufe – die Diskussion und Auseinandersetzung mit dem Schaffen von Meisterinnen des Bauwesens befördern“, sagt Ulrike Lauber, Architektin und Professorin an der Beuth Hochschule.

Einsatz für Sichtbarkeit

Sie ist Teil der Initiative Haus Marlene Poelzig, die unter anderem eine Gedenkplakette, gestaltet von der Künstlerin Hannah Cooke, am Eingang zum Grundstück in der Tannenbergallee 28 angebracht hat. Sie soll als „Memento vor Ort“ fungieren, so die Initiatoren weiter. Das Wohn- und Atelierhaus der Familie Poelzig wurde 1930 nach dem Entwurf Marlene Poelzigs (auch Moeschke-Poelzig) errichtet. Grundriss, Ausstattung und Garten des Objekts in der Tannenbergallee 28 sind heute noch teilweise erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden jedoch einige Veränderungen an dem Haus vorgenommen, durch die die Villa heute nicht unter Denkmalschutz steht. Anstelle der geschichtsträchtigen Villa soll an der Tannenbergallee ein Neubau mit mehreren Wohnungen entstehen. 

Datum: 24. Juni 2021, Text: kr, Bild: ARTEFAKT/Stefan Hirtz