Berliner City: Verbrenner sollen ab 2030 tabu sein

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10.11.2018, Berlin, GER - Abgase kommen aus dem Auspuff eines VW Golf. Abgas, Abgase, Abgasnorm, Abgasskandal, Alltag, Anschnitt, Asphalt, Auspuff, aussen, Aussenaufnahme, Ausstoss, Auto, Berlin, CO2-Ausstoss, deutsch, Deutschland, Diesel, Diesel-Fahrverbot, Dieselfahrverbot, Dieselskandal, Emission, Europa, europaeisch, Fahrverbot, Fahrzeug, Feinstaub, Feinstaubbelastung, Gesellschaft, Golf, Grenzwerte, Katalysator, Kraftfahrzeug, Luftbelastung, Luftverschmutzung, niemand, PKW, QF, Querformat, Schadstoffe, Schadstoffklasse, Stickstoffdioxid-Grenzwerte, Strasse, Symbol, Symbolfoto, Symbolik, symbolisch, Umwelt, Umweltbelastung, Umweltschutz, Umweltverschmutzung, Verkehr, Volkswagen, VW, Westeuropa, Wirtschaft 181110D834BERLIN.JPG *** 10 11 2018 Berlin GER Exhaust gases come from the exhaust of a VW Golf Exhaust gases Exhaust standard E

Nicht nur, aber gerade Berliner, die in der Innenstadt wohnen und einen Benziner oder Diesel fahren, könnten bald Probleme bekommen. Jedenfalls dann, wenn den jüngsten Ankündigungen des rot-rot-grünen Senats Taten folgen.

Die Umweltzone innerhalb des Berliner S-Bahn-Rings soll mittelfristig zu einer Null-Emissions-Zone weiterentwickelt werden, in der Diesel- und Benzinfahrzeuge grundsätzlich nicht mehr fahren dürfen. So steht es in dem Maßnahmenpaket für mehr Klimaschutz, das die Landesregierung in der vergangenen Woche beschlossen hat.

Mehr Engagement für den Klimaschutz

„In einem zweiten Schritt kann die Ausweitung der Zero Emission Zone auf das Gebiet der Gesamtstadt erfolgen“, heißt es darin weiter. Für die Schaffung einer emissionsfreien City peilt Regine Günther (Grüne), Senatorin für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz, das Jahr 2030 an, berichtet der rbb.

Der von Günther vorgelegte Maßnahmenplan „Verstärkte Maßnahmen Berlins in Anerkennung der Klimanotlage“ umfasst 28 Themenbereiche, in denen der Senat das Engagement für den Klimaschutz und für die Anpassung Berlins an die Folgen des Klimawandels noch weiter verstärken will. Der Ausstoß klimaschädlicher CO2-Emissionen soll deutlich verringert und die Stadt robuster gegen Klimawandelfolgen wie Trockenheit und Starkregen aufgestellt werden.

Berlin ruft Klimanotstand aus

Unter anderem soll eine gesetzliche Solarpflicht die klimafreundliche Energieerzeugung auf dem eigenen Dach insbesondere für Neubauten zum Standard machen. Dies gilt gleichermaßen für Kitas, Schulen, Rathäuser, Mietshäuser und Eigenheime. Neue Stadtquartiere seien am Ziel der Klimaneutralität auszurichten. Für Neubau und Sanierung öffentlicher Gebäude plant der Senat strengere Energiestandards.

Im Dezember 2019 hatte Berlin als erstes Bundesland das Bestehen einer Klimanotlage anerkannt. Günther: „Wir setzen ein klares Zeichen, dass wir schnell, konsequent und nachhaltig die klimaschädlichen CO2-Emissionen in allen Bereichen reduzieren wollen. Berlin will mit neuen klimaneutralen Stadtquartieren, der raschen Nachrüstung öffentlicher Gebäude mit Solartechnik, der Dekarbonisierung seiner Fahrzeugflotten und mittelfristig einer Zero Emission Zone eine Führungsrolle im Klimaschutz übernehmen.“

ADAC: Alternativen für Verbrenner fehlen

Volker Krane, Vorstand für Verkehr im ADAC Berlin-Brandenburg, sieht den Senatsplan für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren skeptisch: „Auch bei Hochlauf der Elektromobilität werden noch weit nach 2030 überwiegend Verbrennerfahrzeuge im Verkehr sein. Für sie müssen klimaneutrale Kraftstoffe eingeführt werden. Der Diesel wird insbesondere im Schwerlast, Fernbus- und Lieferverkehr noch sehr lange eine wichtige Rolle spielen. Für diese Anforderungen gibt es derzeit noch keine serienreifen und massentauglichen Alternativen.“

Halter von Verbrennern mit Wohnsitz in der City wären von heute auf morgen von einem Wertverlust ihrer Autos betroffen, obwohl etwa Dieselfahrzeuge mit neuester Abgastechnologie die gesetzlichen Grenzwerte deutlich unterschritten, so Krane. Zudem wachse die Zahl der E-Autos schneller als die der öffentlichen Ladesäulen. Immer mehr Autos müssten sich eine frei zugängliche Ladestation teilen. „Das macht den Erwerb nicht gerade attraktiv.“

Datum: 17. Juni 2021, Text: Nils Michaelis, Bild: IMAGO/Frank Sorge