TVO im Berliner Osten: Protest gegen weitere Verzögerungen

Berlin Marzahn, BVG Busbahnhof Märkische Allee vor LE PROM Berlin Marzahn Berlin Marzahn SNB Bus Station Märkische Avenue before Le Prom Berlin Marzahn

Bei der Planung der “Tangentialen Verbindung Ost” (TVO) drohen weitere Verzögerungen. Bäume sollen geschützt, ein Radschnellweg und eine Schienenstrecke als Ergänzung gebaut werden. Politiker, Interessenvertreter, Amtsträger und Vereine protestieren mit einer gemeinsamen Resolution.

Die TVO wird immer teurer und hat schon vor ihrer Fertigstellung eine über 60-jährige Geschichte. Die Abschnitte von Marzahn bis nach Ahrensfelde und von der Spindlersfelder Straße bis zum Adlergestell existieren bereits. Für die geplante Trasse von der Spindlersfelder Straße über einen Randbereich der Wuhlheide und Lichtenberg bis zur Märkischen Allee in Marzahn waren die vergangenen 15 Jahre aber besonders entscheidend.

Nachdem der grundsätzliche Bedarf der TVO im Jahr 2007 nach umfangreichen Untersuchungen auch von der Senatsverwaltung eindeutig bestätigt wurde, hofften die Anwohner und Gewerbetreibenden auf einen Beginn des Planfeststellungsverfahrens für das Jahr 2014 und einen Baubeginn in 2016.

Die Variantenuntersuchung verzögerte sich bis 2019 und wurde durch Planungen zu einem zusätzlichen Radschnellweg weiter verzögert. Nun stehen aus Naturschutzgründen weitere Verzögerungen in den Planungen an. Bäume sollen geschützt sowie zusätzlich ein parallel führender Radschnellweg und eine Schienenstrecke gebaut werden.

Weit fortgeschrittene Planungen sind gefährdet

Bei kaum einem Verkehrsprojekt sei der breite Nutzen und die dringende Notwendigkeit so offensichtlich wie bei der TVO, heißt es nun in einer von 22 Politikern, Interessenvertreten, Amtsträgern und Vereinsvertretern am 26. Mai unterzeichneten Resolution. Diese soll dafür sorgen, dass der finale Startschuss zur Fertigstellung der Schnellverbindung endlich ohne Verzögerung fallen kann.

“Spätestens Anfang 2022 muss das hierfür notwendige Planfeststellungsverfahren eingeleitet sein. Die Vorplanungen sind so weit vorangeschritten, dass diesem Schritt nichts mehr im Wege steht”, lautet die Forderung der Unterzeichner, zu denen mit Dagmar Pohle (Die Linke), Oliver Igel (SPD) und Michael Grunst (Die Linke) auch die Bürgermeister der drei Bezirke zählen, durch die  die TVO führen wird.

Diskussion um Waldflächen

Mit Sorge sehen alle Beteiligten die in den letzten Wochen aufgeflammte Diskussion um die Waldflächen, die der TVO weichen müssen. Dabei wird nach Angaben der Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz möglichst wenig Wald in Anspruch genommen. Nur in den Randbereichen der Waldgebiete Wuhlheide und Biesdorfer Busch werden einige Bäume gefällt.

Und auch für die Unterzeichner besonders wichtig: Ein wichtiger Bestand alter Eichen in der Wuhlheide bleibt erhalten und es finden in beiden Waldgebieten keine Zerschneidungen statt. Darüber hinaus wertet die Entsiegelung der Rudolf-Rühl-Allee und deren Umnutzung als Waldweg die bestehende Waldfläche sogar auf – wächst dann doch aus zwei Teilwaldflächen eine große Waldfläche als Naherholungsgebiet für Biesdorf und Köpenick zusammen.

Unabhängige Verfahren für Schnellstraße, Schienenstrang und Radschnellverbindung

Die Unterzeichner begrüßen zudem auch die Überlegungen zur langfristigen Konzeption und Realisierung einer Schienen-TVO. Zweifelsfrei werde eine solche Schienentrasse in der Zukunft ein Teil einer Entlastungsstrategie hinsichtlich der zu erwartenden steigenden Mobilitätsnachfrage in den betroffenen Bezirken sein, heißt es weiter. Die im Zusammenhang mit der TVO diskutierte Schienen-TVO begrüßen die Teilnehmer des Bündnisses “im Prinzip sehr”. Diese dürfe aber die Umsetzung der Straßen-TVO nicht noch länger verzögern. 

Datum: 28. Mai 2021, Text: red/ylla, Bild: Imago/Jürgen Ritter