Berlin-Mitte: Den Weg freimachen für Kiezblocks

22.09.2020,Berlin,Deutschland,GER,Berlin beteiligt sich heute am internationalen Autofreien Tag und sperrt insgesamt 24 Straßen bzw. Straßenabschnitte für den Autoverkehr und macht sie temporär zu Spielstraßen. Zwischen 14 und 18 Uhr sind in acht Bezirken die betreffenden Straßen für Kinder und Erwachsene zum Spielen freigegeben.Foto:Rüdesheimer Straße, zwischen Wiesbadener- und Laubenheimer Straße im Bezirk Wilmersdorf.Straße ist für alle da. *** 22 09 2020,Berlin,Germany,GER,Berlin participates today in the International Car Free Day and closes a total of 24 streets or sections of streets to car traffic and turns them temporarily into play streets Between 2 pm and 6 pm the streets in eight districts are open for children and adults to pl

Für den Durchgangsverkehr gesperrte Viertel sollen für mehr Platz und Sicherheit in den Kiezen sorgen.

Barcelona hat sie bereits, im Charlottenburger Karl-August-Kiez soll es auch bald so weit sein, nun will Mitte nachlegen. Die Rede ist von Kiezblocks, also Wohnquartiere ohne motorisierten Durchgangsverkehr. In denen gibt es Platz für Spielstraßen, für Fußgänger und für Radfahrer. Die Fraktionen der Grünen und der SPD im Bezirksparlament plädieren schon länger für Kiezblocks in Mitte, Moabit und im Wedding. Nun werden die Pläne konkreter. So sollen neben der Badstraße und dem Soldiner Kiez weitere Gebiete im Bezirk auf die Umsetzung von Kiezblocks hin untersucht werden.

Zwölf Gebiete in fünf Jahren 

In dem entsprechenden Antrag der Fraktionen ist von zwölf Kiezen die Rede, die so in den kommenden fünf Jahren vom motorisierten Durchgangsverkehr befreit werden könnten. Dazu gehören der Brüsseler Kiez, der Sprengelkiez, die Rosenthaler Vorstadt, die Spandauer Vorstadt, das Brunnenviertel, die Nördliche Luisenstadt, Moabit Nord zwischen Strom- und Waldstraße sowie das Westfälische Viertel zwischen Strom- und Jagowstraße.

In einer Online-Veranstaltung zu dem Thema hatte Baustadtrat Ephraim Gothe (SPD) zuletzt erklärt, dass es vor allem am nötigen Personal für eine zeitnahe Umsetzung mangelt. Nun soll das Bezirksamt abschätzen, so die Forderung, wie viel Personal und Geld für die Schaffung von zwölf Kiezblocks in den nächsten Jahren erforderlich seien. „Der Umbau der autogerechten Stadt in eine Stadt für Menschen braucht Zeit. Andererseits lassen die Klimakatastrophe und Belastungen der Bevölkerung durch Lärm, schlechte Luft und absehbare Erwärmung der Städte uns nicht viel Zeit zur Umsteuerung“, so die Fraktionen. Der erste Kiez- oder Superblock Berlins entstand  bereits 2019 in der Bergmannstraße.

Datum: 23. Mai 2021, Text: kr, Bild: IMAGO/Stefan Zeitz