Berliner Südwesten: Mehrheit für Brückenabriss am Breitenbachplatz

Breitenbachplatz-Berlin
Betonbrücke, Schildhornstraße, Breitenbachplatz, Dahlem, Steglitz-Zehlendorf, Berlin, Deutschland *** Concrete bridge, Schildhornstraße, Breitenbachplatz, Dahlem, Steglitz Zehlendorf, Berlin, Germany

Eine große Mehrheit der Befragten wünscht sich einen Abriss der Brücke am Breitenbachplatz. Das ist das Ergebnis der ersten Beteiligungsphase. Der Senat verfolgt zweierlei Konzepte. Runde zwei der Online-Beteiligung ist jetzt gestartet.

Derzeit werden erste Zwischenergebnisse aus dem laufenden Projekt samt Variantenvergleich auf der Plattform meinBerlin.de präsentiert. Zudem werden die Ergebnisse der ersten Öffentlichkeitsbeteiligung und des Stakeholder-Workshops diskutiert. Bürger können über die digitale Plattform Fragen und Anmerkungen einreichen. Das teilt die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz mit. 

Die radikalste Variante setzt sich durch

Demnach sprach sich die Mehrheit der Menschen, die an der ersten Beteiligungsphase zwischen Februar und März teilgenommen haben, für die radikalste Umgestaltungsvariante aus. 39 Prozent der Teilnehmenden befürworten, das Brückenbauwerk und damit auch die Rampen an der Schildhornstraße zurückzubauen. Beide Tunnelröhren werden gemäß dieser Variante für den Autoverkehr geschlossen und für neue Nutzungen frei. Pro Fahrtrichtung soll es am Breitenbachplatz nur noch einen Fahrstreifen geben.

Die Senatsverwaltung sieht in dieser Variante einen wichtigen Schritt für die Verkehrswende, aber auch verkehrliche Defizite. Unter anderem wird befürchtet, dass der Kfz-Verkehr in umliegende Straßen und Wohngebiete abgedrängt werden könnte. Zudem werde allein der Brückenabriss die Aufenthaltsqualität des Breitenbachplatzes nicht verbessern. Genau diese Aufwertung wünschen sich aber viele Menschen im Kiez an der Grenze von Steglitz-Zehlendorf und Charlottenburg-Wilmersdorf

Ein Abriss scheint wahrscheinlich

Die Senatsverwaltung betont allerdings die Vorteile. Daher ist diese Variante eine von zwei Konzepten, die sie im Rahmen der Machbarkeitsuntersuchung weiterhin verfolgt. Ebenfalls noch im Rennen ist der Plan, die Brücke abzureißen, die beiden Tunnelröhren aber auch künftig für den motorisierten Verkehr zu nutzen. Diese Option kam im Rahmen der Online-Beteiligung auf Platz zwei (29 Prozent). 13 Prozent der Teilnehmenden wünschen sich, dass am Breitenbachplatz alles so bleibt, wie es ist. 

Die zweite Beteiligungsphase ist dieser Tage angelaufen. Bis zum 2. Juni können sich Interessierte hier den Planungsstand einsehen und kommentieren.

Gemeinsames Ziel

Mit der Beteiligung der Stadtgesellschaft an den Planungen erhalte das Bearbeitungsteam aus Verkehrsplanern, Stadtplanern sowie Bauingenieuren beim Erstellen der erforderlichen Verkehrs- und Machbarkeitsuntersuchung Anregungen für die Erarbeitung von Varianten, unter welchen städtebaulichen, verkehrlichen, ökologischen und finanziellen Rahmenbedingungen der Rückbau der Stadtstraßenbrücke und die Neugestaltung des Platzes möglich ist, so die Senatsverwaltung “ Gemeinsames Ziel ist es, den Breitenbachplatz endlich wieder attraktiv und lebenswert zu gestalten – ohne die Zerschneidung durch die Autobahnzufahrt.“

Seit den 70er-Jahren teilt eine Betonschneise das verkehrsreiche Areal in zwei Hälften. Vor dem Zweiten Weltkrieg zählte der Breitenbachplatz mit seinen Grünflächen zu den schönsten Plätzen Berlins.

Datum: 23. Mai 2021, Text: Nils Michaelis, Bild: IMAGO/Joko