Tierschützer fordern mehr Freiraum für Hunde in Berlin

Hundespielplatz-Berlin
Bildnummer: 51723207 Datum: 20.02.2007 Copyright: imago/Manja Elsässer Spielende Hunde auf einem Hundespielplatz in Berlin , Tiere; 2007, Berlin, Hund, Hunde, Haustier, Haustiere, Säugetiere,; , quer, Kbdig, Gruppenbild, Deutschland, ,

Auslaufflächen für Hunde sind in vielen Berliner Stadtgebieten rar. Das wollen der Bund gegen Missbrauch der Tiere und die CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus ändern.

Wenn es in Berlin um Hunde geht, werden die Debatten schnell emotional. Kein Wunder, schließlich gilt Berlin als Hauptstadt der Hundefans. Nach Angaben des Bundes gegen Missbrauch der Tiere (BMT) gibt es rund 115.000 offiziell registrierte Hunde in der Stadt. Viel Hundeliebe, aber wenig Platz für die Vierbeiner: Zu diesem Ergebnis kommt der Verein, wenn es um Hundeauslaufplätze geht. Also um Orte, wo Hunde unangeleint herumtoben können, womöglich gar gemeinsam mit ihren Artgenossen.

„Grundsätzlich gibt es viel zu wenige Freilaufflächen für Hunde in Berlin, insbesondere in den östlichen Bezirken und in der Innenstadt“, lässt das Bündnis wissen. „Dabei wäre es ein Leichtes, Hundewiesen einzurichten, zum Beispiel in größeren Grünanlagen.“ Der rot-rot-grüne Senat und die Bezirke hätten sich dieses Themas bisher zu wenig angenommen.

CDU: Flächen in Parks und Brachen nutzen

Unterstützung finden die Tierfreunde bei der CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus. Diese hat einen entsprechenden Antrag auf den Weg gebracht. Darin wird der Senat aufgefordert, zusammen mit den Bezirken ein Angebot an Hundefreilaufflächen in allen Bezirken und im Idealfall auch in den Ortsteilen zu schaffen. Landeseigene und gut erreichbare Flächen, etwa in Parks oder auf Brachen, sollen auf ihre Eignung hin überprüft werden. Die Kooperation mit privaten Initiativen sei zu prüfen.

„Den Vierbeinern soll auch in der Stadt freies Laufen und Begegnungen ohne Leine auf dafür vorgesehenen Flächen ermöglicht werden, ohne dabei Nutzungskonflikte mit Erholungssuchenden zu verursachen oder die Stadtnatur zu beeinträchtigen“, heißt es weiter in dem Antragstext. Über den Antrag der CDU-Fraktion wird demnächst in den Fachausschüssen des Abgeordnetenhauses beraten.

Der Senat listet aktuell 16 Hundeauslaufflächen und sogenannte Hundegärten in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen auf. Darunter sind Flächen im Görlitzer Park in Kreuzberg, im Volkspark Rehberge im Wedding, im Fließtal Tegel sowie im Volkspark Wilmersdorf und in der Hasenheide in Neukölln. Hinzu kommen drei Standorte auf dem Tempelhofer Feld und einer im Park am Gleisdreieck (Westpark). In Lichtenberg gibt es einen Auslaufplatz am Fennpfuhl, der vom Bürgerverein Fennpfuhl betrieben wird.

Die Bezirke Spandau, Steglitz-Zehlendorf, Treptow-Köpenick, Marzahn-Hellersdorf sowie Tempelhof-Schöneberg gehen leer aus. Das gilt auch für die Ortsteile Mitte und Tiergarten im Bezirk Mitte. Darüber hinaus gibt es zwölf Hundeauslaufgebiete in den Wäldern am Stadtrand, so etwa im Grunewald.

Hundespielplätze wegen Nachverdichtung verschwunden

Wer seinem Hund die vom BMT angemahnte artgerechte Haltung – damit sind vor allem freies Spiel und freie Bewegung gemeint – ermöglichen möchte, muss mitunter also weite Wege auf sich nehmen. Das hat auch damit zu tun, dass im Zuge der Nachverdichtung gerade in den Innenstadtkiezen einige improvisierte oder provisorische Hundespielplätze verschwunden sind.

Datum: 12. Mai 2021, Text: Nils Michaelis, Bild: IMAGO/Manja Elsässer