Berlin-Charlottenburg: Kritik an Sperrung der Krummen Straße

Berlin (Charlottenburg-Wilmersdorf): Zahlreiche Kunden und Passanten bevölkern den Wochenmarkt am Karl-August-Platz. Berlin Charlottenburg Wilmersdorf Numerous Customers and Passers-by populate the Weekly market at Karl August square

Krumme Straße: Bezirksamt und Nachbarschaftsinitiative wollen Aufenthaltsqualität im Kiez erhöhen. FDP-Fraktion kritisiert „kurzfristig anberaumte Sperrung“.

Seit dem gestrigen 1. Mai ist die Krumme Straße am Karl-August-Platz in Höhe des Marktes für den motorisierten Verkehr gesperrt. Lediglich Fahrräder und Lastenräder können weiterhin durchfahren. Das alles sei Teil eines mehrmonatigen Verkehrsversuchs, kündigte das Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf an.

Damit soll gemeinsam mit der Nachbarschaftsinitiative „Karl-August-Kiez lebenswert“ herausgefunden werden, ob eine solche Maßnahme zu einer deutlichen Reduzierung der Verkehrsbelastung und zu einer Erhöhung der Sicherheit sowie Umwelt- und Aufenthaltsqualität im Kiez führt. Gleichzeitig wird geprüft, ob andere Straßen im Kiez dadurch stärker frequentiert werden. Dies soll ein erster Schritt zu vielen weiteren Ideen für eine dauerhafte Neugestaltung rund um den Karl-August-Kiez sein. Die Zufahrt verhindern demnach Feuerwehr-Poller nördlich und südlich der jetzigen Gehwegvorstreckung. Forderungen nach einer Sperrung der Straße gibt es bereits seit einigen Jahren, vor allem vonseiten der Nachbarschaftsinitiative.

Kritik an Umsetzung mit Pollern

Dennoch sorgt sie im Bezirk auch für Kritik. So auch von der FDP-Fraktion, zuletzt eine Ausweisung der Krummen Straße zwischen Bismarckstraße und Kantstraße als Einbahnstraße gefordert hatte. Die nun aber kurzfristig anberaumte Sperrung der Krumme Straße ohne frühzeitige Ankündigung sei gegenüber den Anwohnern rücksichtslos. „Auch die Aufenthaltsqualität wird sich nicht verbessern, wenn die Sperrung in Form von Feuerwehr-Pollern erfolgt. Dies führt sogar noch zu zwei neuen Sackgassen, die schlimmstenfalls das Falschparken befördern. Dieses Experiment ist schon jetzt zum Scheitern verurteilt und zeigt, wie halbherzig das Bezirksamt agiert“, erklärt der Vorsitzender der FDP-Fraktion im Bezirk, Felix Recke.

Die Fraktion wolle sich zudem für eine zeitweise Sperrung der Krumme Straße auch für Radfahrer einsetzen. Dadurch soll die Aufenthaltsqualität für Fußgänger deutlich erhöht werden.

Datum: 2. Mai 2021, Text: kr, Archivbild: IMAGO/Müller-Stauffenberg