Berlin-Pankow: Berliner SPD bringt Bau der U10 ins Spiel

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Bilder des Jahres 2020, News 04 April News Themen der Woche KW18 News Bilder des Tages Zwei Personen mit Mund-Nasen-Maske sitzen in uterschiedlichen Waggons der U-Bahn in Berlin, 28.04.2020. Deutschlandweit gibt es eine Maskenpflicht im Oeffentlichen Personennahverkehr. Berlin Deutschland *** Two people with mouth-nose masks are sitting in different cars of the underground in Berlin, 28 04 2020 Throughout Germany there is a mask obligation in public transport Berlin Germany Copyright: xFlorianxGaertner/photothek.netx

In den vergangenen Wochen waren es vor allem Straßenbahnprojekte, die in Berlin vorangebracht wurden. Die SPD Berlin bringt nun eine Stärkung des öffentlichen Nahverkehrs durch einen zeitnahen U-Bahn-Ausbau ins Spiel.

Neben der Verlängerung bestehender U-Bahn-Strecken wirbt sie auch für die Durchführung einer Machbarkeitsstudie für die fast schon legendäre U-Bahn-Linie vom Alexanderplatz durch Weißensee bis in den Norden Pankows (U10). „Die neue U-Bahn-Linie würde für eine verbesserte Anbindung des Berliner Nord-Ostens sorgen und konkret zur Entlastung der derzeit stark beanspruchten Tram-Linie M4 beitragen. Trotz Taktverdichtungen und dem Einsatz längerer Straßenbahnen sind die Menschenströme von Weißensee in Richtung Innenstadt nicht allein durch die Tram auffangbar“, lautet die Begründung.

Das wäre zumindest ganz im Sinne der SPD in Weißensee, die sich bereits seit Jahren für den Bau dieser neuen U-Bahn-Linie einsetzt. „Was lange nur eine Idee war, wird nun konkret. Von einer neuen U-Bahn-Linie nach Weißensee würden Tausende Berlinerinnen und Berliner profitieren. Die SPD Berlin setzt sich aktiv dafür ein, dass einer der letzten weißen Flecken auf dem S- und U-Bahn-Plan geschlossen wird“, erklärt ihr Vorsitzender Georg Heyn. Und Dennis Buchner, Abgeordneter für Weißensee-Nord, ergänzt: „Die U-Bahn nach Weißensee wird kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf. Auch dieser beginnt mit dem ersten Schritt, den wir jetzt gemacht haben.“

Hitzige Debatten geführt

Bereits vor einem knappen Jahr führten Pläne für eine U10 zu hitzigen Debatten in der Berliner Politik. Der SPD-Abgeordnete Tino Schopf setzte sich damals ebenso wie die CDU Pankow für eine solche Verbindung zwischen Alexanderplatz und Weißensee ein. Nun greift Tino Schopf das Vorhaben wieder auf. „Durch die Errichtung von schnellen U-Bahn-Linien wird es uns gelingen, noch mehr Menschen von der Straße auf die Schiene zu bringen. Das ist gut für die Umwelt und ganz konkret für die Menschen in Weißensee“, sagt der Abgeordnete für Weißensee-Ost im Abgeordnetenhaus. Pankows Bezirksbürgermeister Sören Benn (Linke) nannte das Vorhaben damals „Unsinn“. Für eine weitere Entwicklung der Stadt seien neue U-Bahn-Linien zwar unerlässlich, ein solches Projekt lasse sich aber erst in 30 bis 40 Jahren und nicht mittelfristig umsetzen, so seine Begründung.

Erstmals wurde übrigens bereits in den 20er-Jahren über eine Linie zwischen Mitte und Weißensee nachgedacht. Ursprünglich sollte die Linie nach der Realisierung der U9 und U5-Strecken umgesetzt werden. Doch der S- und Straßenbahn-Ausbau sollte in den darauffolgenden Jahrzehnten Vorzug erhalten.

Datum: 29. April 2021, Text: kr, Bild: IMAGO/photothek