Marzahn-Hellersdorf: DDR-Kunstschatz im Schloss Biesdorf

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Eine große Schau mit prominenten Werken des Beeskower Kunstarchivs ist bis zum August in der  kommunalen Galerie der Siemens-Villa zu sehen.

„Zeitumstellung“ heißt die aufsehenerregende Ausstellung, die noch bis Ende August im Schloss Biesdorf eine Vielzahl von Kunstwerken der DDR-Ära präsentieren wird. „Es ist die erste große Ausstellung mit dem Fokus auf die Arbeiten aus dem Kunstarchiv Beeskow. Einzelne kleinere Präsentationen aus dem dortigen Bestand gab es hier ja schon“, erklärt Karin Scheel, die künstlerische Leiterin der kommunalen Galerie in der alten Siemens-Villa am westlichen Rand von Marzahn.

Auswahl eins außergewöhnlichen Bestandes

Bis Ende August sind 70 Werke prominenter DDR-Künstler wie die von Walter Womacka, Manfred Butzmann, Hans Ticha, Harald Metzkes, Jo Jastram oder des Fotografen Harald Hauswald zu sehen. Diese Werke – ehemals Eigentum der DDR – sind seit der Wiedervereinigung im Besitz der neuen Bundesländer. Im Beeskower Depot lagern davon die Anteile der Länder Berlin, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Mit 17.000 Werken der bildenden Künste sowie 1.500 Werken der angewandten Kunst und des Laienschaffens beherbergt das Kunstarchiv Beeskow einen außergewöhnlichen Bestand an künstlerischen Arbeiten.

Werke stehen in zeitgenössischer Korrespondenz

„Es werden natürlich bekannte Namen vertreten sein, die Ausstellung zeigt aber auch Werke von Künstlerinnen und Künstlern, die in den vergangenen Jahren kaum zu sehen waren“, erläutert Karin Scheel. Einen ästhetischen Schwerpunkt gab es bei der Zusammenstellung der Arbeiten nicht. Die Räume der Ausstellung laden dafür zu verschiedenen Themenbereichen ein. Diese haben Titel wie Wohnungsbau, Privat, Völkerfreundschaft oder Naherholung, zu denen die Gemälde, Zeichnungen, Fotografien oder Skulpturen ausgewählt wurden, um sie in historischen und zeitgenössischen Positionen zu spiegeln. Werke des Kunstarchivs in der Kreisstadt des Landkreises Oder-Spree in Brandenburg konkurrieren dabei mit aktuellen Arbeiten zeitgenössischer Künstler, um neue Perspektiven auf die DDR zu eröffnen und den Blick über die historisch bedingten Grenzen hinaus zu erweitern. Die Ausstellung soll dabei den Blick auf das Leben in der DDR lenken und ohne Ostalgie, aber mit Erinnerung und Vermittlung in das Heute, zurückblicken.

 

Bilder der Ausstellung

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[acc_item title=“Thomas Ziegler (1947-2014), Swetlana und Werner L. aus Berlin träumen von Sibirien, 1981/82″]

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[acc_item title=“Rolf Xago Schröder (1942), Märkisches Ufer I & Märkisches Ufer II, um 1987, verschiedene Farbvarianten„]

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Rolf Xago Schröder (1942), Märkisches Ufer I & Märkisches Ufer II, um 1987, verschiedene Farbvarianten„]

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Rolf Xago Schröder (1942), Märkisches Ufer I & Märkisches Ufer II, um 1987, verschiedene Farbvarianten„]

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[acc_item title=“Norbert Wagenbrett (1954), Bauarbeiter und Bauarbeiterin, 1984 „]

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[acc_item title=“Christa & Günter Hoffmann (1924-2000 & 1923-1993), Erdteile in Frieden verbunden, 1985″]

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[acc_item title=“Claudia Borchers (1950), Porträt Jutta Birkholz (Arbeiterin), 1983 „]

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[acc_item title=“Bruno Griesel (1960), Student, um1987 „]

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Barbara Müller-Kageler (1938), Naherholung, 1977 „]

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Große Präsentation auch per Stream im Internet

Das Ausstellungskonzept und die Werkauswahl selbst wurde von Elke Neumann kuratiert. Die gebürtige Prignitzerin hat in den vergangenen Jahren bereits einige Ausstellungen zu gesamtdeutschen und DDR-Themen betreut und zusammengestellt. Die Präsentationen bespielen alle Galerieräume des Schlosses. Ein Besuch lohnt sich allein schon wegen dieses großen Ausstellungsumfangs – wenn es denn die Pandemiebestimmungen zulassen. Interessenten sollten sich vor dem Besuch der Ausstellung über den aktuellen Stand der jeweiligen Öffnungsregelungen telefonisch oder per Web informieren. Wie zu allen anderen Veranstaltungen im Schloss Biesdorf wird es auch zu dieser großen Beeskow-Ausstellung virtuelle Angebote wie im Internet gestreamte Rundgänge geben.

Zum Schloss Biesdorf gehört selbstverständlich auch die preisgekrönte, im englischen Stil gestaltete Parkanlage, die zu ausgiebigen Spaziergängen auf einem Areal von vier Hektar Fläche einlädt. Besucher gelangen zum Schloss Biesdorf mit der U-Bahnlinie 5 ab Hauptbahnhof bis Elsterwerdaer Platz oder per S-Bahnlinie 5 bis Bahnhof Biesdorf.

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Schloss Biesdorf, Alt-Biesdorf 55
www.schlossbiesdorf.de
(030) 51 65 67 791
Öffnungszeiten: taglich von 10 bis 18 Uhr,
freitags 12 bis 21 Uhr, dienstags geschlossen

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Datum: 24. März 2021, Text: Stefan Bartylla, Bilder: Karin Scheel (Titelbild), VG Bild-Kunst, Bonn 2021