Chronisch kaputte Heizung: Mieter in Tegel-Süd müssen frieren

Gewobag - Tegel-Süd
Gewobag - Tegel-Süd

In der Gewobag-Siedlung in Tegel-Süd beklagen sich Anwohner immer wieder über ausfallende Heizungen und fehlendes Warmwasser.

Im Quartier Tegel-Süd hat es 2019 13 und 2020 18 Ausfälle einer Hauptanlage gegeben, die Wohnungen des landeseigenen Wohnungsunternehmens Gewobag mit Wärme und Warmwasser versorgen. In diesem Jahr (Stand: Ende Februar) wurde ein Fall gezählt. Das geht aus der Antwort der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Wohnen auf eine Anfrage des Abgeordneten Stephan Schmidt (CDU) hervor. Demnach versorgt die Anlage Häuser in der Bernauerstraße, Namslaustraße, Neheimerstraße sowie dem Bottroper Weg.

“Die Informationen, die ich von Betroffenen direkt erhalten habe, fallen sogar noch etwas höher aus”, teilt Schmidt schriftlich zur Anzahl der Ausfälle mit. “Das ist eine Größenordnung, bei der ich mich frage, ob man sich hier nicht Gedanken um eine nachhaltige Grundsanierung der Anlagen machen sollte.”

Viele Ursachen für kalte Wohnungen

Die wesentlichen Ursachen sowohl für die Heizungs- als auch für die Warmwasserausfälle seien entweder Störungen und Ausfälle in der Heizzentrale von Vattenfall, Rohrbrüche in der Wärmetrasse und in den Unterstationen oder Defekte an Einzelteilen gewesen, heißt es seitens der Senatsverwaltung.

Die Gewobag spreche selbst davon, dass notwendige Maßnahmen identifiziert wurden und
Planungen aufgenommen werden sollen, so Schmidt. “Im Sinne der betroffenen Mieter fordere ich, dass dies schnellstmöglich passiert und die Sanierung der Heizungsanlagen umgehend in Angriff genommen wird.”

Schmidt: Kommunikation mit Mietern verbessern

Völlig unzufrieden ist Schmidt mit den Antworten zur Kommunikation der Gewobag mit den
Bewohnern. “Wichtig wäre hier eine zeitnahe und umfassende Information der betroffenen Mieter. Mir ist nur ein einziger Fall bekannt geworden, bei dem es überhaupt einen Aushang wegen einer Havarie. Hier ist dringend Verbesserung nötig. Die Mieter haben einen Anspruch darauf, frühzeitig über Einschränkungen in der Nutzungsmöglichkeit ihrer Wohnungen informiert zu werden.”

Schmidt fordert den rot-rot-grünen Senat auf, seinen Aufsichtspflichten gegenüber der Gewobag nachzukommen, für einen ehrlichen und mieterfreundlichen Service und unverzüglich für warme Wohnungen mit warmem Wasser zu sorgen.

Datum: 20. März 2021, Text: red/nm, Bild: Stephan Schmidt