Kritik an geplanten Radwegen auf dem Tempelhofer Damm

Fahrradweg Tempelhofer Damm

Ein von Radfahrern langersehnter Fahrradweg und Parkzonen sollen den Tempelhofer Damm verändern. Radfahrer freuen sich. Doch die kritischen Stimmen von Anwohnern und aus der Politik werden lauter. 

Schon jetzt gibt es ein Parkplatzproblem am Tempelhofer Damm, wie Anwohner unter anderem in Social Media berichten. „Es wird immer besser. Die Händler am T-Damm tun mir jetzt schon leid“, schreibt etwa eine Jeanne im Hinblick auf die 300 Parkplätze, die am am Tempelhofer Damm wegfallen sollen, wenn der lange geplante Fahrradweg kommt. Ein Ralf T. schreibt: „Schon jetzt suche ich als Anwohner täglich lange einen Parkplatz.“

Während sich die Radfahrer, die dafür regelmäßig auf die Straße gingen, darüber freuen dürften, kritisiert nun auch eine Bürgerinitiative das Vorhaben. Sie wünscht sich einen Kompromiss, der alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigt und kritisiert die geplante Parkraumbewirtschaftung.

„Kein einvernehmliches Miteinander“

Nicht nur die Bürgerinitiative, auch die Tempelhof-Schöneberger CDU lehnt die Planungen jedoch ab. „So wird ein einvernehmliches Miteinander der verschiedenen Verkehrsarten nicht erreicht“, kritisiert Fraktionschef Daniel Dittmar. Der Politiker fordert stattdessen den Ausbau von Fahrrad-Nebenrouten und den Bau von Ersatzparkplätzen. Es wird befürchtet, dass die wegfallenden Parkplätze auch die Gewerbetreibenden vor Ort schaden könnten.

Geschützter Fahrradweg

Jahrelang hatten Fahrradverbände und Bezirkspolitiker gedrängt, einen Fahrradweg am Tempelhofer Damm anzulegen. Mit dem Projekt gehen viele Jahre Bürgerbeteiligung einher. Nun wird er umgesetzt. „Sehr gut. Eine der gefährlichsten Straßen für Radfahrer in Berlin wird verändert und verbessert. Endlich!“, schrieb eine Fahrradfahrerin auf Facebook.

Vorgesehen ist, noch in diesem Jahr, zwischen der Autobahn 100 und der Ullsteinstraße beidseitig einen geschützten Fahrradweg anzulegen. Das Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg rechnet mit einer Freigabe und Finanzierungszusage seitens der Senatsverkehrsverwaltung innerhalb der kommenden zwei bis drei Monate, hatte Verkehrsstadträtin Christiane Heiß (Grüne) jüngst erklärt.

Damit die Zweispurigkeit auf beiden Seiten des Tempelhofer Damms erhalten bleibt, müssten die bisher als Parkplätze genutzten Flächen dafür herhalten. Der Radweg soll künftig durch Sperrpfosten von der Fahrbahn abgetrennt sein.

Datum: 4. März 2021, Text: Anna von Stefenelli, Simulation: Evergreen PROMO