Corona in Reinickendorf: Humboldt-Klinikum steht unter Quarantäne

Humboldt-Klinikum Berlin-Reinickendorf
Berlin Reinickendorf, Vivantes Humboldt Klinikum Am Nordgraben Berlin *** Berlin Reinickendorf, Vivantes Humboldt Clinic Am Nordgraben Berlin

Das Vivantes-Humboldt-Klinikum in Reinickendorf ist wegen der Corona-Mutation B.1.1.7. geschlossen worden.

„Das bedeutet: Das Krankenhaus ist ab sofort für die Aufnahme neuer Patienten, für ambulante Diagnostik und für ambulante Eingriffe gesperrt“, teilte das Bezirksamt Reinickendorf am Samstag mit. Das Krankenhaus konzentriere sich auf die derzeit dort stationär behandelten Patienten.

Der Aufnahmestopp gilt seit dem 22. Januar um 24 Uhr. Notfälle werden in andere Krankenhäuser gebracht. Der Zugang zum Humboldt-Klinikum im Ortsteil Borsigwalde sei verschärft worden, auch Liefer- und Handwerkerdienste haben vorerst keinen Zutritt mehr.

Amtsarzt Patrick Larscheid: „Das Ausmaß des Ausbruchs ist schlecht zu überblicken.“

Damit reagiere das Gesundheitsamt Reinickendorf auf die steigende Zahl von Infektionen mit der Corona-Mutation, so das Bezirksamt weiter. Routinescreenings in der Station für Innere Medizin und Kardiologie hätten positive Nachweise bei zunächst 14 Patienten sowie sechs Mitarbeitenden ergeben. Es werde mit weiteren Infizierten gerechnet. Am Montag wurden laut dem Online-Portal welt.de insgesamt 22 Fälle der britischen Virusmutation gemeldet.

Die Behörde hatte am Freitag das Robert-Koch-Institut (RKI) um Amtshilfe gebeten, um gemeinsam den Ausbruch zu untersuchen, der laut Amtsarzt Patrick Larscheid „ein Ausmaß angenommen hat, das wir im Moment schlecht überblicken können“.

Reinickendorfs Gesundheitsstadtrat Uwe Brockhausen (SPD): „Die vorsorgliche Schließung des Humboldt-Klinikums ist eine sehr sorgfältig getroffene Entscheidung. Der Bezirk hat sich mit der Gesundheitssenatorin und dem Vorstand von Vivantes verständigt und alle Beteiligten sind sich einig, dass es in dieser Situation notwendig und richtig ist. Alle arbeiten jetzt mit Hochdruck daran, die Untersuchungen voranzutreiben, Kontakte nachzuverfolgen und die weitere Ausbreitung möglichst einzudämmen.“ Entsprechend intensiv werde im Augenblick im Krankenhaus auf das Corona-Virus getestet.

Datum: 26. Januar 2020, Text: red, Bild: imago images/Jürgen Ritter