Frank Zander: „In diesem Jahr sollten wir alle schauen, was wirklich wichtig ist“

Frank Zander

Suppenbus statt Festtafel. Der Schauspieler Frank Zander sorgt mit einer Spende an die Berliner Stadtmission für Weihnachtsstimmung und Wärme auf Berlins Straßen.

1995 veranstaltete der Schlagersänger Frank Zander erstmals ein großes Festessen für knapp 300 Obdachlose im Schloss Diedersdorf. Seitdem haben die Weihnachtsfeiern Tradition. Prominente wie Reinhard Mey und Oli P. schlüpfen in Kellneruniformen und servieren den mehr als 1.000 Besuchern Gänsebraten und andere Weihnachtsgerichte.

Doch in diesem Jahr kann die Veranstaltung nicht stattfinden. Um den Berliner Obdachlosen dennoch in der Weihnachtszeit helfen zu können, möchte der Schauspieler soziale Projekte unterstützen. 21.000 Euro spendete Frank Zander nun auch für den Suppenbus der Berliner Stadtmission. „Ich finde, dieses Jahr sollten wir alle mal in uns gehen und schauen, was wirklich wichtig ist“, sagte er. Und hatte auch gleich eine Vision: Füreinander da zu sein statt immer nur einzukaufen. „Den Suppenbus zu unterstützen ist eine Superidee, weil er die Wärme der Suppe zu den Menschen bringt. Gut ist auch, dass die Suppenbusfahrer ein Auge auf die Gäste haben. So können sie sie gegebenenfalls unterstützen. Beispielsweise, wenn medizinische Hilfe erforderlich ist. Denn Menschen ohne Obdach bleiben in dieser Zeit oft für sich und Hilfen sind für sie noch weniger gut erreichbar als sonst“, sagte  Barbara Eschen, Direktorin des Diakonischen Werks Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz

Kältebusse seit November im Einsatz

Die Kältebusse eins und zwei sind, wie gehabt, in Berlin unterwegs, um Menschen vor dem Erfrieren zu retten und bei Anruf sofort zu reagieren. Zusätzlich erweitert zwei Mal pro Woche zwischen 19 und 22 Uhr die Straßenambulanz  die „Kältebus-Flotte“. Und jeden Tag sind außerdem ehrenamtliche Helfende von 19 bis 23 Uhr mit dem Suppenbus unterwegs. Sie suchen schwerpunktmäßig einzelne Obdachlose an ihren Schlafplätzen auf, um nach ihnen zu sehen und sie mit warmem Essen zu versorgen, ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich die Hände zu waschen und  Wasserflaschen auszugeben. „Ich freue mich, dass Frank Zander zupackt, Nächstenliebe praktisch umsetzt und dabei viele Menschen in der Stadt inspiriert. Dafür ein herzliches Dankeschön“, sagte Stadtmissionsdirektor Christian Ceconi. 

Bis zu 40.000 Wohnungslose auf Berlins Straßen

Aktuell geht die Berliner Stadtmission von mehr als 2.000 Obdachlosen ohne feste Unterkunft in der Hauptstadt aus, zusätzlich gibt es in Berlin schätzungsweise bis zu 40.000 Wohnungslose. Dieser Winter wird für alle Menschen, die auf der Straße leben oder keine feste Bleibe haben, besonders hart, warnt die Berliner Stadtmission. Denn wenn pandemiebedingt wieder viele Tageseinrichtungen schließen müssen, gibt es nur noch wenige Orte, an denen sich obdachlose Menschen aufwärmen, essen oder duschen können.

Datum: 14. Dezember 2020, Text: red/kr., Bild: Berliner Stadtmission